Adieu, Halle an der Saale

Bild: Falk Wenzel

"Theater der Welt" 2008 verabschiedet sich mit Besucherrekord

Halle (Saale) - 07. Juli 2008 | salikus.de

"Komm! Ins Offene." war der diesjährige Festivalslogan. Und es kamen weit über 55.000 Besucher zu den über 180 Veranstaltungen des Theaterfestivals in Halle (Saale) und der Region.

Gestern Nacht kam nun das Unvermeidliche, das Ende. Und das Team um den Festivalkurator Torsten Maß kann auf eine stolze Bilanz verweisen. 26 Inszenierungen aus 21 Ländern wurden beim Festival "Theater der Welt" 2008 geboten, darunter 14 Uraufführungen
und 10 Europa- und Deutschlandpremieren. Die Platzauslastung lag bei fulminanten 97 Prozent, so die Veranstalter. Die Organisatoren sprachen gar von einer ostdeutschen Erfolgsgeschichte.

Im Zeichen der Fußballeuropameisterschaft
Dem diesjährigen EM-Taumel konnten und wollten sich die Macher des Festivals nicht entziehen. Die Festivalresidenz wurde als Public Viewing eingerichtet und der Schweizer Massimo Furlan lieferte im Kurt-Wabbel-Stadion von Halle (Saale) eine Soloperformance ab. In "22. Juni 1974, 21 Uhr 03" spielte er die legendäre Begegnung zwischen DDR und BRD zur Fußballweltmeisterschaft in voller Länge nach. Mit über 2600 Besuchern war diese Vorstellung die meistbesuchte des internationalen Theaterfestivals und zugleich eine adäquate Kulisse für das einsame Spiel des Schweizers auf dem Stadionrasen.

Der gelebte Slogan
Offen war, was die Besucher des Festivals "Theater der Welt" erwartet. Gekommen sind sie in über 26 Inszenierungen der unterschiedlichsten Formen, die Theater heute bietet und bieten kann. So war mit "Excelsior" eine der ältesten und berühmtesten Marionettistenfamilie Europas im Goethe-Theater Bad Lauchstädt zu erleben. Mit den Manganiyars holte Roysten Abel eine muslimische Musikerkaste aus der nordindischen Wüste Thar in die Oper Halle. "Die Helle Kammer" vom Japaner Shiro Takatani war ein Meisterwerk der Viedeo-, Klang- und Lichtinstallation gepaart mit getanzten Bildern. Hochpolitisch wurde es in "Dritte Generation" von der Israelin Yael Ronen, dem Sprachrohr einer jungen, kriegsmüden und lebenshungrigen Generation. Mit "Faustas" bot der litauische Regisseur klassisches Regietheater und ebenso die längste Vorstellung – vier Stunden – beim Festival "Theater der Welt".

Die Welt des Theaters in der Provinz
Aus 21 Länder kamen Theaterleute nach Halle (Saale) und doch schwebte immer das Thema der Saalestadt, die Geschichte und das Leben der Region in den meisten Inszenierungen mit. In "X (ics)" wurde der Alltag und die Identitätssuche von Lugendlichen in Plattenbauvierteln thematisiert und mit Filmszenen aus Halle-Neustadt bebildert, gespielt. Das Projekt "AusFlughafensicht" des Thalia Theaters Halle, am Flughafen Leipzig-Halle, holte Militärtransporte in das Licht der Öffentlichkeit und die Absurdität des Alltags in Kursdorf, eingeschlossen von den Start- und Landebahnen des Airports.
Aber auch eine Landpartie mit Gondelfahrt ins idyllische Gartenreich nach Wörlitz wurde geboten. Und hier erforschten der Kenianer Opiyo Okach und der Senegalese Andréya Ouamba das Naturschauspiel in der Nähe von Dessau. Mit ihren beiden panafrikanischen Compagnien Gàara und Premier Temps ertanzten sie sich die Amalieninsel und das Amphitheater des Wörlitzer Parks.
Wer die Stadt Halle (Saale) auch abseits der Sehenswürdigkeiten kennen lernen wollte, hatte bei den Stadt(ver)führungen Gelegenheit dazu. So lies der Belgier eine Trabbi-Karawane durch den Osten der Stadt rollen oder eine Geschichte um ein Attentat auf Napoleon in der halleschen Universitätsstadt erzählen.

Die Karawane zieht weiter
Während Torsten Maß und sein Festivalteam die Zelte in der Saalestadt abbauen, gilt es für Frie Leysen, das nächste Festival vorzubereiten. Denn die renommierte belgische Festivalmacherin hat die Programmdirektion für "Theater der Welt" 2010 in Essen und Mühlheim an der Ruhr übernommen. Die gastgebenden Häuser werden dann das Theater an der Ruhr, in Mülheim, und das Schauspiel Essen sein. Das Festival gehört dann auch zum offiziellen Programm der Kulturhauptstadt Europas Ruhr.2010.

 

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