Albert Ebert - Miniaturen eines Heizers

Eines der bekanntesten Bilder von Albert Ebert aus dem Jahr 1959: "Kinderfest im Kleingartenverein". Die Stiftung Moritzburg zeigt es nun im neuen Albert-Ebert-Kabinett dauerhaft.

Bild: A.Ebert 1959 / Ludwig Rauch

Albert-Ebert-Kabinett und Christina Brade Ausstellung in Halle (Saale) eröffnet

Halle (Saale) - 27. April 2009 | salikus.de

Endlich: Das Kunstmuseum der Stiftung Moritzburg in Halle (Saale) präsentiert seit Sonntag eine Dauerausstellung mit Werken des halleschen Malers Albert Ebert. Über 20 Gemälde und fast ebenso viele Grafiken werden nun im Albert-Ebert-Kabinett gezeigt. Mit Schmuckkunst der halleschen Designerin Christina Brade wurde eine weitere Ausstellung eröffnet.

(Halle/CW) Hunderte Hallenser kamen am Sonntag in den Hof der Moritzburg, um an einer feierlichen Doppeleröffnung teilzunehmen, geladen hatte die Stiftung Moritzburg zur Eröffnung des Albert-Ebert-Kabinetts und einer Schmuckausstellung von Christina Brade.

Künstler, Einzelgänger und hallesches Original
Der Tag war gut gewählt und für Dr. Katja Schneider, Direktorin der Stiftung Moritzburg, kam kein besserer in Frage, als der Geburtstag von Albert Ebert. Am 26. April 1906 wurde Albert Ebert in Halle (Saale) geboren und blieb ihr auch treu.
Auch wenn die Zeit als Heizer an der Kunsthochschule Burg Giebichenstein (1954/55) nur eine kurze Episode im Leben des Künstlers darstellt, so stellt gerade diese den spröden Weg Lebensweg von Albert am besten dar.
Der aus einfachen Verhältnissen stammende und Zeit seines Lebens in Halle tief verwurzelte Ebert fand einen ganz eigenen Weg zur Kunst, von dem er sich weder durch widrige Umstände noch durch ideologische Forderungen abbringen ließ. Beraten durch befreundete Künstler und angeregt von alter Kunst, wurden Motive und Szenen der Alltagswelt unter seinen Händen zu kleinen kostbaren Tafeln hell funkelnder oder verhalten schimmernder Malerei, zu Bildern voller Zauber und Tiefe. Seine Phantasie eröffnet Bildwelten, die vom märchenhaft glücklichen Kinderfest bis zur abgründigen Groteske reichen; seine Paradiese liegen in unmittelbarer Nachbarschaft zu den vom Schein bunter Lampions erleuchteten Ufern der Saale.

Der „Rousseau von der Saale“
Die Klugheit des Herzens und das sorgfältig geübte, auf alten Techniken basierende Handwerk des Malens ließ Ebert zum „Rousseau von der Saale“ werden, als der er von Künstlerfreunden und Kennern geschätzt wurde. Breite und offizielle Anerkennung fand Ebert spät mit einer großen Ausstellung in der Moritzburg in seinem Todesjahr 1976. Aus heutiger Sicht gehört er zu den Künstlern, deren Originalität sich über ihre Herkunft und Zeit hinaus bestätigt.

Die Stiftung Moritzburg hat für den halleschen Künstler Albert Ebert in ihrem neuen Erweiterungsbau, im runden Raum der Nord-West-Bastion, ein Kabinett mit einer ständigen Präsentation eingerichtet. In diesem anmutigen Ambiente sind über zwanzig Gemälde und eine ebenso große Auswahl an grafischen Arbeiten versammelt, die einen repräsentativen Einblick in das Schaffen des Malers gewähren, von dem die Stiftung Moritzburg die umfangreichste und qualitätvollste öffentliche Sammlung besitzt.

Die Ebert-Sammlung des Museums wurde 2005 bereichert durch eine Schenkung von Maria und Dr. Bruno Zeiss, die an dieser Stelle erstmals dauerhaft gezeigt und publiziert wird. Zur Eröffnung des Kabinetts schenkt das Kuratorium Albert Ebert dem Museum zwei weitere Gemälde, die aus privatem Besitz erworben werden konnten. Helmut Brade, der bereits die Werkverzeichnisse der Malerei und der Grafik von Ebert ediert hat, gibt zu diesem Anlass eine Publikation „Guten Abend, Albert“ mit einem Essay von Elmar Jansen für das Kuratorium heraus. Elmar Jansen, der 1959 die erste Monografie über Albert Ebert verfasste, betrachtet ihn nun vor dem großen Panorama der Malerei der Moderne.
 
Mit dem Albert-Ebert-Kabinett gewinnt die im Dezember 2008 neu eröffnete Moritzburg ohne Zweifel eine spezielle und einzigartige Attraktivität hinzu und man muss kein ausgewiesener Kunstkenner sein, um dem Reiz der Miniaturen von Albert Ebert zu erliegen.

Schmuckkunst von Christina Brade
Die Ausstellung „Christina Brade. Schmuck“ in der Stiftung Moritzburg ist dem Andenken der 2007 unerwartet verstorbenen Künstlerin gewidmet, die zeitlebens in Halle (Saale) tätig war. Die Sonderschau im historischen Gerichtszimmer der Moritzburg  vereint etwa 80 Schmuckobjekte aus der eigenen Sammlung, ergänzt um Leihgaben aus dem Kunstgewerbemuseum der Staatlichen Museen zu Berlin, dem GRASSI – Museum für Kunsthandwerk Leipzig und dem Nachlass der Künstlerin. Über Jahrzehnte widmete das Museum in der Moritzburg Christina Brades Schaffen seine  Aufmerksamkeit, stellen ihre Arbeiten doch einen Höhepunkt der von der Burg Giebichenstein ausgehenden halleschen Schmuckkunst dar. Heute besitzt die Moritzburg die umfangreichste Sammlung von Schmuckobjekten dieser Künstlerin und kann nun ihr vielgestaltiges Schaffen präsentieren.

Die Stiftung Moritzburg plant in der Nordwest-Bastion des Kunstmuseums, in der sich auch das Albert-Ebert-Kabinett befindet, ein Schmuckkabinett einzurichten. Dort werden in der Zukunft auch von Christina Brade dauerhaft Schmuckarbeiten zu sehen sein.

 

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