Alles trägt das Markenzeichen NEU

Bild: Falk Wenzel

Torsten Maß, Leiter des Festivals "Theater der Welt" 2008, im Gespräch

Halle (Saale) - 03. Juni 2008 | salikus.de

Am 19. Juni 2008 beginnt das Festival „Theater der Welt“ 2008 in Halle (Saale). Bis zum 6. Juli 2008 werden dann 24 Produktionen aus 18 Ländern an 18 verschiedenen Orten aufgeführt.

Über die Vorbereitungen und Hintergründe sprach SALIKUS.de mit Torsten Maß, dem Kurator des Festivals.

SALIKUS.de Wie und warum kam das Festival "Theater der Welt" 2008 nach Halle (Saale)?

T. Maß Das Festival findet aller drei Jahre statt und wurde normalerweise immer an westdeutsche reiche Metropolen vergeben - München, Hamburg, Frankfurt, Stuttgart und so weiter. Für das diesjährige Theaterfestival gab es die Entscheidung vom Bundeskulturminister Bernd Neumann, dass sich die Städte um dieses Festival bewerben können. Hannover hatte dann als erstes die Hand gehoben aber zurückgezogen, nachdem sie die Finanzierung auf den Tisch legen sollten.

SALIKUS.de Und wie kam jetzt Halle (Saale) ins Spiel?

T. Maß Als Hannover die Bewerbung zurückgezogen hatte, ging die damalige Oberbürgermeisterin von Halle, Frau Häußler, nach vorne und sah eine Möglichkeit das Scheitern der Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt mit dem Festival "Theater der Welt" ein wenig abzumildern. Deswegen haben sich die Stadt und die Stadtväter ein Herz gefasst und gesagt: wir wollen es haben.

SALIKUS.de Ein Festival will immer Zeichen setzen, auch das Festival "Theater der Welt" hatte immer den Anspruch Marken zu hinterlassen. Welche Markierungen wollen sie in der Theaterlandschaft und in Halle (Saale) setzen?

T. Maß Alles was wir in Halle zeigen, wird ausschließlich in Halle zu sehen sein und alles trägt das Markenzeichen NEU. Das heißt, der theaterbegeisterte Mensch muss nach Halle fahren, um die neuesten Theaterproduktionen zu sehen, denn sie werden ausschließlich im Jahr 2008 in Deutschland nur in Halle (Saale) zu sehen sein.

SALIKUS.de Damit wären wir beim Punkt "Wirtschaftsfaktor Kultur".

T. Maß Genau. Für jeden Euro, den die öffentliche Hand für dieses Festival ausgibt, bekommt sie zwei Euro zurück. Und unser Konzept scheint aufzugehen, denn wir haben bereits jetzt über die Hälfte der Karten verkauft.

SALIKUS.de Welchen Bezug hat das Festival zu Halle und der Umgebung, außer dass es hier stattfindet?

T. Maß Die Frage, wie schafft man es das Festival in die Region zu tragen, hat uns auch beschäftigt. Und da haben wir uns gefragt, was macht man wenn man Gäste hat? Man zeigt ihnen die Stadt in der man lebt, daraus ist dann die Idee zu den Stadtverführungen entstanden. Und zwar wollen wir unsere Gäste zur Stadt verführen und es fängt immer mit einer historisch belegten Geschichte an. So zum Beispiel das von Studenten geplante Attentat auf Napoleon. Aber das ist nur eine von sieben Episoden, die wir in den Stadtverführungen bieten.

SALIKUS.de Im Programm sind Produktionen wie Faustas aus Litauen und die Manganiyar-Verführung aus Indien zu finden – gegensätzlicher können zwei Inszenierungen wohl kaum sein. Was erwartet den Zuschauer in der Manganyar-Verführung?

T. Maß Also die Manganiyar sind ein interessantes, ein spannendes Volk aus der Wüste Thar in Indien – nahe der Grenze zu Pakistan im Bundesstaat Rajasthan. Sie sind eine muslimische Musikerkaste, die auf Hochzeiten oder zur Feier einer Geburt spielen. Und wenn sich zwei Manganiyars in der Wüste begegenen spielen sie zur Begrüßung auf ihrer Sitar oder Tabla gemeinsam ein Lied.
Und hier in Halle – im Opernhaus – ist die Bühne ein Triptychon und in jedem Flügel sind 12 Zimmer, jedes Zimmer ist 1,20 Meter breit und 1,60 Meter hoch und jedes Zimmer ist mit einem Vorhang verschlossen. Kommt der Dirigent – barfuß und tanzend – unten links geht der Vorhang und der erste Manganyar fängt an auf seiner Sitar zu spielen. Dann öffent sich oben Rechts ein zweites Zimmer, aus dem Solo wird ein Duo, dann ein Trio und so weiter. Bis alle 36 Manganiyars miteinander singen und muszieren. Und im Finale rufen sie Allah an: Schenke uns das Alpahbet der Liebe auf dass wir dies weiter geben an alle Besucher von Theater der Welt. Das ist so eine wahnsinnige Nummer, die Leute werden Herzklopfen bekommen.

SALIKUS.de Mit Faustas wird Goethes Faust der einzige klassische Stoff auf dem Festival sein.

T. Maß Es gibt ja ein paar Altmeister des Regietheaters – zum Beispiel Peter Stein – und der Litauer Eimuntas Nekrosius gehört dazu. Und der hat sich jetzt zum ersten Mal eines deutschen Stoffes angenommen, dem Faust. Und dieser Faust kommt in einem ganz neuen Licht daher – eigentlich ist er klassisch inszeniert - aber das Gretchen hier keine Dulderin ist. Sie ist keine Verführte. Gretchen gibt Faust und Mephisto richtig Kontra, dennoch nimmt die Tragödie ihren Lauf.
Faustas ist der klassischste Punkt in unserem Festival, denn wir machen sehr viel zeitgenössisches, sehr modernes und sehr politisches Theater.

 

Alle Vorstellungen des Festivals "Theater der Welt" 2008 in Halle (Saale) finden Sie auch im Kulturkalender von SALIKUS.de: Termine "Theater der Welt"

 

Die letzten Nachrichten:

Wolter und Kollegen! gehen an den Start

Bild: {IMG_TITLE} Dem Theater war Tom Wolter in den letzten Jahren treu geblieben, jedoch weniger auf der Bühne. Jetzt ...mehr


 

HWG: Gezerre um Aufsichtsratsvorsitz in Halle (Saale) beendet

Bild: In seiner Sitzung am 10. Dezember hat der Aufsichtsrat der Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) ...mehr


 

Bild: Sitz der Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) Die Oberbürgermeisterin von Halle (Saale), Dagmar Szabados (SPD), schaltet sich in den ...mehr


 

Werbung

Benutzername  Passwort  
 
Login speichern  

Login-Formular schließen

Benutzername  Email-Adresse  
 
Passwort  Passwort wiederholen  
 

Registrierungs-Formular schließen

Suchbegriff
Optionen
... komplette OnlineMagazin
... Nachrichten auf SALIKUS.de
... Kulturkalender für Halle (Saale) durchsuchen.

Suchformular schließen