Amtsantritt bei Händel: Clemens Birnbaum

Bild: Thomas Schult

Neuer Chef der Stiftung Händel-Haus in Halle (Saale) nahm seine Arbeit auf.

Halle (Saale) - 10. August 2009 | salikus.de

Seit dem 1. August 2009 ist er nun offiziell der neue Direktor der Stiftung Händel-Haus in Halle (Saale), der Musikwissenschaftler Clemens Birnbaum. Der 46-jährige Kulturmanager wird die nächsten fünf Jahre die Geschicke der Händelfestspiele und des Händelhauses in der Saalestadt lenken. Wird Cecilia Bartoli der neue Stern zukünftiger Festspiele?

Clemens Birnbaum, Jahrgang 1963, studierte Musikwissenschaften in Köln und Berlin. Sein Weg nach Halle (Saale) führte ihn über Dresden, wo er als stellvertretender Intendant der Dresdner Musikfestspiele sich den künstlerischen Fragen widmete. Es folgten Aufgaben im Management der Akademie für Alte Musik in Berlin und den Tagen der Alten Musik in Berlin, bevor vor acht Jahren in Dessau seine Arbeit Direktor des Kurt-Weill-Zentrums aufnahm.

Abgang und Aufbruch
Dass es ein schwerer Abschied von Dessau werden würde war bereits im Dezember 2008 klar, als bekannt wurde, dass Clemens Birnbaum die Nachfolge von Dr. Philip Adlung antreten würde. Denn eine Enttäuschung über den Weggang des langjährigen Chefs der Kurt-Weill-Festtage in Dessau, brachten seine Mitarbeiter unverhohlen zum Ausdruck, auch wenn sie für seine Suche nach neuen Herausforderungen Verständnis zeigten. Aber auch Clemens Birnbaum zeigte sich mit einem weinenden und einem lachenden Auge, als es im Gespräch mit SALIKUS.de um den Abschied von Kurt Weill und Dessau ging. Besonders die Aufbruchstimmung in Dessau hat den Weggang aus der Bauhaus-Stadt schwer gemacht. Gerade jetzt sei eine neue frische Energie in der Stadt zu spüren, was dem Kurt-Weill-Zentrum, dem Bauhaus Dessau und der Stadt selbst einen neuen und zugleich spannenden Schub gibt. Doch die neuen Aufgaben sind eine Herausforderung für ihn und die aufgestauten Ideen suchen ihren Weg der Verwirklichung. Was jetzt folgt sind intensive Gespräche mit den einzelnen Mitarbeitern am Händelhaus. Auch wenn er bereits mit einige Leuten in den vergangenen Monaten gearbeitet hat, denn Clemens Birnbaum war bereits an den Vorbereitungen der nächsten Händelfestspiele beteiligt.

Händel – Das kulturelle Gedächtnis
Über ein halbes Jahr hatte Birnbaum Zeit Ideen zu sammeln, sie zu verwerfen oder sie reifen zu lassen. Die Frage, worauf er sich in seinem neuen Amt am meisten freue, öffnete Schleusentore. Für ihn seien die Werke Händels das kulturelle Gedächtnis seiner Zeit und der nachfolgenden Generationen. So denke er über einen interreligiösen Dialog nach. Denn auch bei Händel spielten die Kreuzritterzüge keine unbedeutende Rolle. In seinen Opern stoßen Kulturen aufeinander, die er gerne weiter hinterfragen oder einfach nur musikalisch und sinnlich erlebbar machen will. Aber auch der Umgang mit Händels Erbe in den folgenden Generationen unter den verschiedensten politischen Systemen ist für den Musikwissenschaftler ein spannendes Thema. So die Zeit des Dritten Reichs, in der man Oratorien von Händel umgedichtet hat, um jeglichen jüdischen Kontext zu vermeiden.
Die Person, das Leben von Georg Friedrich Händel hat für ihn ebenso spannende Züge aufzuweisen, wie seine Kompositionen. Das Streben nach Unabhängigkeit sei eine nicht zu unterschätzende Eigenschaft von Händel, so Birnbaum. Er suchte nicht die Anstellung an einem Königshaus und war dennoch als einer der ersten Musikunternehmer – auch finanziell -erfolgreich.

Cecilia Bartoli – Glanzpunkt kommender Händelfestspiele?

Die Nachricht, dass Cecilia Bartoli das Abschlusskonzert des Händel-Festjahres in Halle (Saale) gestalten wird verbreitete sich im November 2008 wie ein Lauffeuer unter Opernfreunden. So war es auch nicht weiter verwunderlich, dass die Eintrittskarten binnen weniger Wochen vergriffen waren. Im Frühjahr dann die nächste Nachricht, Cecilia Bartoli berät die Händel-Haus-Stiftung. Dass jetzt auch der neue Händelhaus-Chef über weitere Aufgaben der international renommierten Mezzosopranistin nachdenkt, ist dann auch nicht weiter verwunderlich. Clemens Birnbaum hofft, den italienischen Opernstar bereits für die Händelfestspiele im nächsten Jahr gewinnen zu können. In welcher Form und Rolle, das ließ er offen. Hier wird es erst im Herbst eine Entscheidung geben, denn dann trifft sich der Fachbeirat, dem auch Cecilia Bartoli angehört.
Den Händel-Festspielen will Clemens Birnbaum - noch stärker als bisher - ein unverwechselbares Profil geben. Welche Wege er gehen und welche Akzente er setzen wird muss nun abgewartet werden. Eins ist aber schon jetzt deutlich, seine Begeisterung an Händels Werken lässt er auch auf seine Gesprächspartner überspringen – mindestens aber Neugierde.

 

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