Das Opernhaus in Halle (Saale) beendet seinen Dornröschenschlaf?

Bild: Thomas Schult

Karl-Heinz Steffens übernimmt künstlerische Verantwortung

Halle (Saale) - 31. Dezember 2008 | salikus.de

Einen Intendanten an der Oper in Halle an der Saale wird es zukünftig nicht mehr geben. Gemeinsam mit Operndirektor Joel Revelle will der neue künstlerische Leiter Karl-Heinz Steffens die Dramaturgie und Öffentlichkeitsarbeit des Musiktheaters neu aufbauen. Das Opernrepertoire an der Oper Halle soll ebenfalls neu durchdacht und ausgebaut werden.

Es war ein offenes Geheimnis, dass der Generalmusikdirektor der Staatskapelle Halle auch als neuer Chef der Oper Halle im Gespräch war. Am Montag wurde Karl-Heinz Steffens nun als der neue künstlerische Leiter präsentiert.
Der klassische Opernhausintendant ist damit in Halle passé. Mit Gründung der Theater, Oper und Orchester GmbH Halle, die ab Januar 2009 das neue theater halle, das Thalia Theater, das Puppentheater, die Oper Halle und die Staatskapelle Halle unter einem Dach vereint, ergaben sich auch neue Aufgabenteilungen. Die Hoheit über Finanzen und Personal hält jetzt der GmbH-Geschäftsführer Rolf Stiska. Dieser Änderung machte der langjährige Intendant Klaus Froboese bereits im Sommer Platz.
Doch genau diese Gewaltenteilung scheint dem neuen künstlerischen Leiter entgegen zu kommen. Man solle nur das tun, was man auch kann und er sei nun mal kein Finanzexperte, so Steffens am Montag.
Auch zwingen die laufenden und anstehenden Umbrüche an der Oper Halle und in der Staatskapelle zur Teamarbeit. Wohl auch deswegen sprach Steffens immer wieder von einem künstlerischen Leitungsteam und meinte damit, seine Zusammenarbeit mit dem Operndirektor Joel Revelle.

Mehr Opern in der Oper Halle
Untrennbar von den Finanzen sind jedoch die Besucherzahlen und diese haben Steffens und Revelle fest im Blick. Zu viele Vorstellungen mit zu wenig Besuchern gibt es am halleschen Opernhaus und deswegen müsse man sich jetzt dem Repertoire zuwenden. Einen Schwerpunkt kommender Spielpläne sieht Steffens in einem breiteren Angebot an Opern. Zukünftig soll es möglich sein, vier Opern in der Woche besuchen zu können, statt bisher teilweise zwei Opern im Monat.
Revelle will das bisherige Repertoire - von Puccini, über Verdi, hin zu Mozart - als Bestand sichern und durch Wiederaufnahmen erweitern. Konkrete Ideen wollten Steffens und Revelle nicht benennen, doch Ziel sei es, sich dem Publikum mehr zu öffnen und mit einem soliden Programm in das Haus zu locken.
Der Öffentlichkeitsarbeit will man einen größeren Gestaltungsraum geben. Mit frechen Ideen will Steffens nach außen gehen und  damit das Ende des Dornröschenschlafs einläuten, den die Oper Halle in den letzten Jahren gehalten habe.
Auch der Dramaturgie am Opernhaus, die unter dem Intendanten Froboese gen Null gefahren worden ist, will man nun wieder eine stärkere Rolle zukommen lassen.

Rossa-Ballett an der Belastungsgrenze
Das Aushängeschild der halleschen Oper, das Ballettensemble von Ralf Rossa, bereitet dem neuen Opernchef schon jetzt Kopfzerbrechen. In einem Gespräch mit dem Ballettdirektor habe er erfahren müssen, dass die Tänzerinnen und Tänzer an der oberen Belastungsgrenze angelangt seien. Deshalb werde man jetzt auch eine genauen Blick auf den Einsatz des Balletts werfen. Man müsse den Spielplan so gestalten, dass er die Ballettkompanie pflegt nicht kaputt macht, so Steffens.

Staatskapelle Halle – ein Teilzeitorchester?
Ausgesprochen zäh wurden schließlich die Fragen nach dem Zustand der Staatskapelle beantwortet. Rolf Stiska nannte erst nach wiederholten Fragen, welche Stärke das Orchester denn in Zukunft haben werde, konkrete Zahlen. So werde es rein rechnerisch 120 Vollzeitstellen geben, die sich aus unterschiedlichsten Teilzeitverträgen ergeben. Damit könne die Staatskapelle Halle  auch in den nächsten Jahren seine künstlerischen Aufgaben erfüllen und den Status eines A-Orchesters halten, so Stiska. Hier müsse man aber noch die aktuellen Verhandlungen zum Haustarifvertrag abwarten, bevor konkretere Zahlen auf den Tisch gelegt werden können.
In den aktuellen Tarifgesprächen sieht sich Steffens hingegen nur als Beobachter. Was in den letzten Wochen und Monaten nicht immer der Fall war, als es um die Reduzierung der Besetzung der Staatskapelle ging. (siehe Aufbruch statt Abbruch und ... zwei Takte Protest)

Händelfestspielorchester auf neuen Wegen?
Untrennbar von der Oper Halle ist auch das Händelfestspielorchester (HFO), welches auf historischen Instrumenten nicht nur Opern von Georg Friedrich Händel im Orchestergraben begleitet. Das Barockorchester birgt Potential für neue Ideen und Aufgaben. So stellt sich Steffens eine intensivere Zusammenarbeit mit dem Goethe-Theater in Bad Lauchstädt vor, bei der man in Koproduktionen Opern inszeniert, die auf historischen Instrumenten begleitet werden.
Konkrete Ideen zum zukünftigen Status des HFO werden hinter den Kulissen diskutiert. So gibt es Überlegungen, das Barockorchester der Händelhaus-Stiftung zuzuordnen oder eine eigene Betreibergesellschaft zu gründen. Ein Vorbild hierfür könnte das Freiburger Barockorchester (FBO) sein. Hier gründeten die Musiker die FBO Gesellschaft des bürgerlichen Rechts, der ausschließlich im Orchester tätige Musiker angehören. Andere Formen eines eigenständigen Händelfestspielorchester sind aber auch in der Diskussion.

 

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