Die hängenden Gärten der Kunst in Halle (Saale)

Der neue Eingang des Kunstmuseums der Stiftung Moritzburg in Halle an der Saale

Bild: Thomas Schult

Neuer Ausstellungsflügel der Moritzburg zeigt sich der Öffentlichkeit

Halle (Saale) - 04. Oktober 2008 | salikus.de

Am Donnerstag fand die Schlüsselübergabe für eins der spannendsten und mutigsten Bauwerke in Halle (Saale) statt. Die spanische Architektin Fuensanta Nieto übergab den symbolischen Schlüssel an die Museumsdirektorin Katja Schneider. Für drei Tage öffnet der neue Museumstrakt seine Pforten und zeigt seine nackte Schönheit.

Die Stiftung Moritzburg ist jetzt um eine Attraktion reicher, sie hat mit den neuen Ausstellungsflächen, im Westflügel der über 500 Jahre alten Burganlage, nicht nur mehr Raum zur Präsentation von Kunstwerken. Sie kann mit der neu gestalteten Burgruine selbst zum Besuchermagneten werden.
Katja Schneider, die Direktorin des Kunstmuseums der Stiftung Moritzburg, sprach bei der Pressekonferenz von einem kühnen Entwurf und einer kühnen Idee die überzeugt. In der Tat, das spanische Architekturbüro Fuensanta Nieto und Enrique Sobejano hatte eine mutige Vision und dabei die Bilder von Lyonel Feininger im Blick.

Expressionistische Dachlandschaft
Einige Hallenser sprechen scherzhaft von einem gelandeten UFO auf der Moritzburg. Und die neue Dachlandschaft, mit seinen Trapezen aus walzblankem Schiffsaluminium am Robert-Franz-Ring, gibt Schub für reichlich fantasievolle Umschreibungen. Dabei gibt die Konstruktion eine ganz praktische Nutzung preis. Die ungewöhnlichen Dachformen dienen zugleich als Oberlichter und halten im Inneren die Spannung zwischen den alten Burgmauern und den neuen Ausstellungsräumen aufrecht.
Die witzige und ebenso kühne Idee der Architekten, zwei Ausstellungsräume an die Decke zu hängen, hat einen rein praktischen Grund. Denn die erste Ebene der neuen Ausstellungsflächen wäre durch Pfeiler, die die oberen Ausstellungsräume hätten tragen sollen, durchbrochen worden und hätte jetzt nicht die monumentale Weite einer Kunsthalle.

Eine anregende Strumpfbandinjektion
Für die Stabilisierung der alten Gemäuer wurde ein Verfahren genutzt, welches sich Strumpfbandinjektion nennt und zugleich die Fantasie von Kultusminister Olbertz auf die Probe stellte.
Olbertz lobte den Bau als einen „modernen Zweckbau, der sich respektvoll in das denkmalgeschützte Gebäudeensemble einfügt“. Tatsächlich bietet der neue Museumsbau auch den Ausblick auf andere Denkmäler der Stadt Halle (Saale). Für die Süd-West-Ecke der Moritzburg hatten die Architekten einen Funktionsbau geplant, der jetzt, neben Lastenaufzug und Nottreppe, einen Panoramablick auf Halle frei gibt. Man kann zukünftig den Dom zu Halle, die Marktkirche und den Roten Turm von einer völlig neuen Perspektive aus sehen. Dieser Raum ist geradezu prädestiniert für das Zeigen der Bilder Lyonel Feiningers, so die Museumsdirektorin Katja Schneider.

„Brücke“-Sammlung als Dauerleihgabe

Was als eine temporäre Idee angedacht war, soll nun zu einer Dauerausstellung werden. Die Kunstsammlung des Ehepaars Gerlinger, die Werke der Künstlergruppe „Brücke“ umfasst, soll jetzt dauerhaft in mehreren Kabinetten im Kunstmuseum der Stiftung Moritzburg zu sehen sein. Während die Gerlinger-Sammlung 500 m² der neuen Ausstellungsfläche erhält, wird der Westflügel auch die Dauerausstellung zur Kunst des 20. Jahrhunderts und der Moderne beherbergen.

Drei Tage Architektur pur
Bevor die Hausherren die Ausstellungen vorbereiten und einrichten, damit sie am 10. Dezember 2008 feierlich eröffnet werden können, erhalten die Hallenser Gelegenheit für einen Besuch der neuen Moritzburg. Vom 3. Oktober bis 5. Oktober 2008, jeweils 10:00 bis 18:00 Uhr, kann man dann die Räume in all ihrer Unschuld und lichten Schönheit betrachten. Den Besucher erwarten dann neue Ausblicke auf die Stadt und Einblicke in ein interessantes Spiel der Lichter und einer Architektur, die Lust auf mehr mutige Bauherren weckt.

 

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