Erhabene Harmonien in der Moritzkirche

Bild: Thomas Schult

Aufführung des Reichardt-Oratoriums "La Passione di Gesù Cristo" in Halle (Saale)

Halle (Saale) - 12. April 2009 | salikus.de

1997 entdeckten Ursula Jürgens und Gotthard Stier ein verschollen geglaubtes Werk von Johann Friedrich Reichhardt, das Oratorium „La Passione di Gesù Cristo“ (Die Leidensgeschichte Jesu Christi). Nach dem es zu den Händelfestspielen 1998 aufgeführt wurde kam es jetzt an Karfreitag erneut zu Gehör.

Das Libretto zum Oratorium schrieb der italienische Dichter Pietro Metastasio vor fast 280 Jahren in Wien. Metastasios „La Passione di Nostro Signore Gesù Cristo“ ist einer der meistvertonten Oratorientexte des 18. und 19. Jahrhunderts. So hat sich unter anderen auch der größte Widersacher Mozarts des Stoffes angenommen. Der erst 26 Jahre junge Antonio Salieri brachte die Noten 1776 auf Papier und wurde für seine Komposition vom Librettisten Metastasio in höchsten Tönen dafür gelobt.
Auch Johann Friedrich Reichardt sah den Reiz des Librettos, welches auf Bibelzitate gänzlich verzichtet und die Leidensgeschichte von Jesus sehr emotional erzählt. Dennoch hat Reichardt das Libretto seinen Vorstellungen angepasst und eine eigene Textfassung erstellt.

Feierlicher Ernst und üppige Klänge
Die Besucher der Moritzkirche, die übrigens an dem Abend außerordentlich gut besucht war, erlebten eine von feierlichem Ernst geprägte Aufführung. Wer zuvor den elegisch pathetischen Text gelesen hat, musste unweigerlich feststellen, dass Reichardt offensichtlich nicht bereit war, dem Pathos des Librettos zu folgen. Seine Komposition lässt die Leidensgeschichte erzählen, sie wird nicht zelebriert. Dennoch hat Reichardt nicht an üppigen und fulminanten Passagen gespart. So in einem Solo des Giovanni, der exzellent von Jaroslav Brezina gesungen wurde und sichtbar Freude an dem Werk hatte. Petrus wurde von Reichardt bewusst auf einen Sopran festgelegt und an Karfreitag von Katherina Müller gesungen. Ihr makellos leuchtender Sopran war oft eine Erfrischung in der sonst so ernsten Musik.
Aber die Sänger der Robert-Franz-Singakademie waren auch bestechend klar und überzeugend.
Was Gothard Stier dem Chor, der Staatskapelle Halle und den drei Solisten entlockte, war hochkarätiger Musikgenuss. Besonders der virtuose Abschluss des Oratoriums schien dem Publikum die Sprache verschlagen zu haben. Denn der Beifall setzte erst gefühlte Minuten später ein und steigerte sich unter Zuhilfenahme der Füße zu einem stürmischen Applaus.

 

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