Feiningers "Roter Turm I" wieder in Halle (Saale)

Bild: Thomas Schult

Rückkehr des verschollenen Gemäldes wird am Freitag in der Moritzburg gefeiert

Halle (Saale) - 08. Juli 2009 | salikus.de

Vor drei Jahren tauchte das Gemälde "Roter Turm I" von Lyonel Feininger im Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte wieder auf, nach dem es fast sieben Jahrzehnte als verschollen galt und zuvor - im Jahr 1937 - von den Nazis als entartete Kunst beschlagnahmt worden ist. Das Bild schuf Lyonel Feininger im Jahr 1930 und gehört zur Serie von elf Gemälden mit Stadtansichten von Halle (Saale). Schätzwert des Bildes lag 2006 bei 1 Millionen Euro.

Im Mai 1929 kam Lyonel Feininger nach Halle (Saale) und sollte eine Stadtansicht der Saalestadt malen, die später dann später den Sitzungssaal des Oberpräsidiums in Magdeburg schmücken sollte. Alois Schardt, der damalige Direktor des Kunstmuseums in der Moritzburg, stellte ihm im obersten Geschoss des Torturms der Moritzburg ein Atelier zur Verfügung. Hier entstanden jene elf Gemälde die später Oberbürgermeister Richard Robert Rive, neben 29 Kohlezeichnungen, für die Stadt aufkaufte. Doch 1937 worden die Bilder in der Aktion "Entartete Kunst" beschlagnahmt und anschließend über so genannte staatlich autorisierte Kunsthändler verkauft. Bereits 1948 konnten zwei Gemälde zurück gekauft werden, die "Marienkirche mit dem Pfeil" und "Die Türme über der Stadt". Feiningers "Roter Turm I" blieb verschollen, eins verbrannte und sieben weitere Feininger-Bilder aus der Halle-Serie befinden sich heute in anderen Museen.

Dicker Nebel über die Umstände einer Rückkehr
Im Jahr 2006 tauchte "Roter Turm I" im Hamburger Auktionshaus Hauswedell & Nolte auf und zuvor in einer deutschen Privatsammlung entdeckt worden. Mit einem Schätzwert von 1 Millionen Euro sollte es versteigert werden und man erhoffte sich am Ende einen Kaufpreis von 1,5 Millionen Euro. Katja Schneider, Direktorin des Kunstmuseums Moritzburg in Halle (Saale), reiste nach Hamburg um sich über den Zustand des Bildes einen Eindruck zu verschaffen und natürlich Gespräche über einen möglichen Rückkauf zu führen.
Doch wie sich dann herausstellte, gab es wohl mehrere Ansprüche an das Bild. Die Eigentumsverhältnisse schienen auf einmal im Unklaren zu liegen. Zähe Verhandlungen begannen und ein Feilschen um den Preis. Wie viel Geld am Ende den oder die Besitzer wechselten wollten Claus Friedrich Holtmann (Ostdeutsche Sparkassenstiftung) und Katja Schneider am Dienstag bei der Präsentation des Gemäldes nicht preisgeben. Da half auch kein hartnäckiges Nachfragen von Journalisten beim Pressetermin. Isabel Pfeiffer-Ploetgen (Kunststiftung der Länder) kündigte aber an, dass sich nun die Provenienzforschung verstärkt mit dem Schicksal Feiningers "Roter Turm I" beschäftigen werde.

Feininger-Fest in der Moritzburg
Die Rückkehr des Feininger-Gemäldes soll am Freitag gebührend gefeiert werden. Dazu lädt das Kunstmuseum in der Moritzburg am Freitagnachmittag, dem 10. Juli, Kinder und Erwachsene zu einem kleinen Burghoffest ein, das dem Künstler Lyonel Feininger gewidmet ist. Von 16 Uhr bis 22 Uhr kann das rückerworbene Gemälde "Roter Turm I" aus der berühmten Halle-Serie von Feininger bei freiem Eintritt besichtigt werden. Freien Eintritt haben die Besucher für diesen Zeitraum auch in den Dauerausstellungen.
"Kleine Häuser, stolze Türme und noch viel Meer" - unter diesem Motto können die kleinen Besucher eine Spielzeugwelt nach ihrem Wunsch bauen oder zeichnen selbst Comics. So, wie einst Lyonel Feininger für seine drei Söhne Spielzeughäuser, Segelschiffe und Figuren gestaltete. Angeleitet werden die Kinder dabei von den Studierenden der Kunstpädagogik an der Burg Giebichenstein und den Museumspädagoginnen der Stiftung Moritzburg.
Zur Unterhaltung spielt das Duo Salon Swing mit Thomas Wittenbecher am Klavier und dem Gitarristen Patrick Zörner Musik der 20er und 30er Jahre.

 

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