G. F. Händel: eine Stadt ehrt ihren großen Sohn

Bild: Thomas Schult

Festwoche in Halle (Saale) zum 250. Todestag des Komponisten

Halle (Saale) - 16. April 2009 | salikus.de

In der Woche des 250. Todestages überschlugen sich die Meldungen von Eröffnungen, Präsentationen und Veranstaltungen rund um den Komponisten Georg Friedrich Händel. Neueröffnung des frisch sanierten Händel-Haus und Präsentation der neuen Dauerausstellung "Händel - Der Europäer" waren zwei von vielen feierlichen Höhepunkten in seiner Geburtsstadt.

Das Händel-Jahr hatte mit der Händel-Festwoche seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Anlass war der 250. Todestag von Georg Friedrich Händel, der am 14. April 1759 in London starb. Sein musikalische Rüstzeug bekam Händel von Friedrich Wilhelm Zachow, dem Komponisten und Musikdirektor der Marktkirche Unser Lieben Frauen.

Händel-Haus zeigt neue Dauerausstellung
Seit 1937 ist das Geburtshaus des Komponisten, in dem er am 23. Februar 1685 das Licht erblickte, im Besitz der Stadt Halle (Saale) und seit 1948 beherbergt es das Musikmuseum.
Am Dienstag wurde es nun nach mehrmonatigen Umbau- und Sanierungsarbeiten pünktlich zum 250. Todestag eröffnet.
Das Händel-Haus hat nicht nur ein neues Dach und eine frisch gestrichene Fassade erhalten und das Innere präsentiert sich nicht nur mit frischen hellen Räumen. Auch das Romanische Gewölbe, im Keller des Hauses, wurde aufwändig restauriert und steht jetzt als kleiner intimer Veranstaltungsraum zur Verfügung. Hier wird auch das Händel-Weinarchiv untergebracht sein, in dem Händel-Weine des Stadtarchivs dort ihren wohltemperierten Lagerplatz finden werden.

Händels Leben frisch und neu erzählt
Die neue Dauerausstellung "Händel - Der Europäer" zeigt sich nicht nur in einem auffällig marmornen Weiß, sie will auch das Leben und das Werk des Georg Friedrich Händel neu erzählen.
"Ich hatte ja schon die Befürchtung, dass das alte Ausstellungskonzept selbst zum Denkmal erklärt werden könnte", meinte Jan-Hendrik Olbertz, Kultusminister des Landes Sachsen-Anhalt, bei der Eröffnung am Dienstag. Und er erntete nicht nur Lachen für diese Worte, sondern auch zustimmendes Kopfnicken.
Ob die halleschen Lebensjahre oder die Wander- und Meisterjahre des Komponisten, sie werden mit klassischen und zeitgemäßen Elementen erzählt. Gemälde, Kupferstiche, Handschriften und Musikinstrumente werden ergänzt von audiovisuellen Präsentationen. So spielt ein papierner Händel am Cembalo in einem Nachbau der Hamburger Oper am Gänsemarkt, natürlich in Miniaturformat, aber doch eindrucksvoll. Oder eine barocke Pergola erzählt aus den italienischen Wanderjahren des Komponisten.

Schlangestehen für Händel
Die Neugierde auf das sanierte Händel-Haus und die neue Ausstellung war groß. Das bewies jedenfalls der Tag der offenen Tür.
1800 Besucher zählten die Mitarbeiter des Musikmuseums und hatten jede Menge Fragen zu beantworten.
Es fand eine Versteigerung der Rose "Georg Friedrich Händel" statt, die das Europa-Rosarium Sangerhausen zugunsten der KinderKLANGSTATT in Händel-Haus veranstaltete. Die fünfzehn versteigerten Rosenstöcke, die bei guter Pflege dann auch zarte creme- und rosarotfarbene Blüten trage sollen, brachten 353 Euro ein. Auch das Händel-Haus ist jetzt stolzer Besitzer der Händel-Rose, die der Züchter Sam Davison McGredy IV 1965 auf den Namen des Komponisten getauft hatte.
Die angebotenen Führungen waren hoffnungslos überbucht, so dass manch ein Besucher schon den nächsten Besuch des Museums ankündigte, in der Hoffnung, dann einen entspannteren Rundgang absolvieren zu können. So auch die Führung vom Stiftungsdirektor Dr. Philipp Adlung, der eine Menschentraube hinter sich herzog und sie zur neuen Schatzkammer in Händels Geburtshaus führte. Hier sind jetzt Leihgaben der British Library und des Staatsarchivs Hamburg zu sehen: Originalhandschriften des Meisters in klimatisierten Hochsicherheitsvitrinen.

Händel zum Kaufen und Genießen
Mit der neuen Ausstellung präsentiert sich das Händel-Haus auch mit einem neuen Museumsshop, der über hundert Artikel mit Motiven von Händel und seiner Geburtstadt Halle (Saale) im Angebot hat. Taschen, Tassen, T-Shirts und Gipsbüsten des Meisters warten nun auf die Souvenirjäger.
Wer einem guten Tropfen Wein nicht abgeneigt ist, der wird mit dem Festjahres-Wein aus dem Landesweingut Kloster Pforta gewiss eine schmackhafte Entdeckung machen. Neben einem 2007er Blauer Zweigelt ist auch ein 2008er Weißer Riesling aus den besten Lagen im Weinbaugebiet Saale-Unstrut im Sortiment des Museumsshops.

Händel überall …
Aber Händel war nicht nur in seinem Geburtshaus das Thema Nr. 1 der Woche. So hat auch die Stadtmarketinggesellschaft der Stadt Halle (Saale) den Komponisten fest im Blick, und das gleich mannshoch. Andererseits, welcher Mann ist schon 2,30 Meter groß. Polyester-Thermoplastiken ist der nüchterne Ausdruck für Skulpturen aus der Jugendwerkstatt "Frohe Zukunft", die dem Händeldenkmal nachempfunden worden.
Idee des Projektes ist es, an ausgewählten Orten in der Innenstadt von Halle (Saale) auf das Händeljahr 2009 und den großen Sohn der Stadt aufmerksam zu machen. Interessierte Firmen und Einrichtungen können Händel-Paten werden, müssen die Skulptur allerdings in exponierter Lage aufstellen.
Die erste Patenschaft hat am Freitag die SPD-Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados auf den Rathausstufen übernommen. Während für die Touristinformation eine Händel-Statue ganz in Gold vorgesehen ist, überreichte Stadtmarketing-Chef Stefan Voß ihr eine gipsfarbene Skulptur. "Ich kann mir gut vorstellen, einen Wettbewerb auszuloben und den Händel unter Leitung eines Künstlers gestalten zu lassen", meinte Szabados wenig später.

Händel und kein Ende
Wie eingangs erwähnt, die Händelfestwoche war nur der vorläufige Höhepunkt des Händeljahres. Auch wenn die Woche mit einem kaum zu übertreffenden Musikereignis endet, nämlich dem "Handel Special Day" (SALIKUS.de berichtet gesondert), so werden die Händelfestspiele im Juni und das Abschlusskonzert im Oktober, für welches die weltberühmte Sopranistin Cecilia Bartoli gewonnen werden konnte, weitere Höhepunkte in der Geburtstadt des Komponisten sein.

 

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