X (ics) - Die Ausweglosigkeit der Bilder

X (ics) - eine Geschichte von Suche und Scheitern der Jugend.

Bild: Falk Wenzel

Ein italienischer Beitrag zum Festival "Theater der Welt" 2008

Halle (Saale) - 05. Juli 2008 | salikus.de

X (ics) / GRAUSAME ERZÄHLUNGEN DER JUGEND, am 26. Juni 2008 im neuen theater Halle, von Daniela Nicolò und Enrico Casagrande war eine Inszenierung düsterer Melancholie, mit den X-beliebigen Motiven einer Plattenbausiedlung und den immer wiederkehrenden Fragen der Jugend.

Daniela Nicolò und Enrico Casagrande sind der Motor von Motus, einer der bekanntesten Freien Theatergruppen Italiens. Sie konzipieren interdisziplinäre Theaterstücke zu brennenden Fragen der Gegenwart. Mit "X (ics)" lieferten sie, im Großen Saal des neuen theaters Halle, ein Inszenierung über die Jugend in Zeiten des Übergangs ab. Mit der Videokamera recherchierten sie in der Emilia-Romagna, der französischen Stadt Valence und in Halle-Neustadt, sie erkundeten Treffpunkte der Jugendlichen. Die abgefilmte Außenwelt wird Teil des Bühnenbilds, das die Innenwelt abbildet: Intime Momente von Vertrautheit und radikaler Enttäuschung.

Ein krachender Alptraum
Daniela Nicolò und Enrico Casagrande haben es geschafft eine Stimmung der Beklemmung zu erzeugen, der sich die Zuschauer nur schwer entziehen konnten. Und dabei fing es so harmlos mit einem Pandabär an, der Projektion eines digitalen Nagelbildes. Bis ein Skater dagegen fährt und die Zerstörung aus den Lautsprechern in die Zuschauer hineinrast. Ungebremst.
Was folgt sind SMS-Botschaften und Videosequenzen einer Plattenbausiedlung, die sinnigerweise dann auch in Schwarz-Weiß daher kommen. Die graue Tristesse sind Bilder aus Halle-Neustadt, ehemals eine eigenständige Stadt und heute Teil der Stadt Halle (Saale). Oder sind da auch Szenen aus Emilia-Romagna, der französischen Stadt Valence, die als Ghetto in den Theatersaal schwappen?
Jugendliche hängen herum und spielen russisches Straßenroulette. Sie springen in einer Klang- und Lichtkulisse durch die Lücken vorbeifahrender Autos. Während am Rand, fast beiläufig, ein Junge und ein Mädchen auf ihren Instrumenten ein neues Lied einstudieren.
Und die Videoeinspielungen gipfeln im Selbstmord eines Jugendlichen, den selbst Superman in grün nicht verhindern kann.

Auch wenn am Ende des Abends die versöhnliche Stimme einer alten Frau in Erinnerungen gräbt und die Geschichte einer verbotenen Liebe erzählt, die Zärtlichkeit dieser Abschlussgeste springt nicht ins Publikum über.
Die Szenen der Ausweglosigkeit und der Suche von jungen Menschen nach sich selbst haben dominiert und hängen nach.
Daniela Nicolò, Enrico Casagrande und das Ensemble Motus haben es geschafft, die Zuschauer nachdenklicher auf den Heimweg zu entlassen, hinaus in die laue Sommernacht von Halle (Saale).

 

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