Oktogon des Roten Turmes wieder sichtbar

Bild: salikus.de

Bauarbeiten am Roten Turm

Halle (Saale) - 03. Juli 2008 | salikus.de

In den nächsten Tagen wird der erste Bauabschnitt, die Reparatur des Oktogons, der achteckige obere Teil des Roten Turmes in Halle (Saale), vollständig abgeschlossen sein. Neun Monate lang erfolgten verschiedenste Arbeiten, denn hier fanden die Fachleute im Herbst 2007 zahlreiche, z. T für das Umfeld gefährliche Schädigungen vor.

Während im Bereich der Bauzier, wie dem Maßwerkfries unterhalb des Dachansatzes und den Fialen an den Turmkanten ein Restauratorenteam arbeitete, war an der Fassade eine erfahrene Steinmetzfirma beschäftigt.
Bereits zu Baubeginn galt das Prinzip des kleinstmöglichen, behutsamen aber notwendigen Eingriffs in das Bauwerk, d. h. Schäden zu beheben und neuen Schäden vorzubeugen. Die genaue Festlegung der notwendigen Maßnahmen erfolgte durch eine enge Zusammenarbeit der Fachleute des halleschen Planungsbüros Kowalski & Irmisch, der Stadt Halle, vertreten durch das ZGM, den Denkmalfachbehörden und der baubegleitenden Steinrestauratorin Frau Grimm.
Zu den häufigsten Schäden gehörten Entfestigungen, Risse und Schalen am Baugestein, geschädigte Fugen, defekte alte Ergänzungen, und die deutlich erkennbare Verschwärzung, die sog. „Schwarze Kruste“, des Sandsteines. Diese Art der Krusten entsteht durch chemische Ausfällungen mit einer Einbindung von Ruß und Schmutz und dies unter Einbeziehung der obersten Kornlagen des Sandsteines. Sie stellen ein erhebliches Schadenspotential dar, da sie z. B. den Porenraum verschließen. Ein Ziel der Maßnahmen war deshalb die gleichmäßige Reinigung im Sinne eines Ausdünnens der Krusten. Allerdings dürfen die Oberflächen des Steines nicht geschädigt werden, d. h. alle Informationen der Steinbearbeitung und auch die zahlreichen Steinmetzzeichen müssen erhalten bleiben. Aus diesem Grund ist es nicht denkbar, die teilweise eingelagerten Verschwärzungen ohne ein Schädigen der wertvollen Oberfläche, vollständig zu entfernen. In Musterflächen wurde deshalb der genaue Reinigungsgrad bestimmt. Das Ergebnis ist eine hellere, geöffnete Oberfläche, ohne das Aussehen eines neuen Sandsteines zu bewirken.
Seine über 500jährige Geschichte wird und soll man dem Turm auch weiterhin ansehen.

Es wurden auch alle weiteren Schäden behoben: stark geschädigte Steine wurden ersetzt, Risse geschlossen und vernadelt, die Steinsubstanz gefestigt, Ergänzungen mit Steinersatzmassen ausgeführt und Fugen erneuert. Im Bereich der Gesimse wurden die Fugen verbleit. Zusätzlich erhielten die Maßwerkfenster neue Schallluken und eine neue Taubenabwehr.
Neben diesen Reparaturen hatten auch ein Bauforscher und Inschriftenexperte die Gelegenheit, das interessante Bauwerk genauer zu untersuchen.

Nun beginnt die Bearbeitung des unteren Turmbereiches, wo sich die Art und das Ausmaß der Schäden deutlich ändern. Hier ist ein großer Teil der Steinoberfläche durch die hohe thermische Belastung während des Brandes von Dach und Umbauung 1945 beeinträchtigt. Ein Teil der desolaten Sandsteinschalen und Abplatzungen an den Eckquadern sind bis zu 30 cm tief und drohen herabzustürzen. Aber auch diese Aufgabe ist nicht ganz neu, denn bereits im Inneren wurden vergleichbare Sicherungen ausgeführt. So wird der Turm auf dem halleschen Marktplatz im Herbst wieder vollständig zu sehen sein.

 

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