Von der Kanzel in den Hörsaal

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Bischof Noack wird Dozent an der Universität in Halle (Saale)

Halle (Saale) - 02. Januar 2009 | salikus.de

Bischof Axel Noack wird ab dem Wintersemester 2009/2010 an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg unterrichten. Der Leitende Geistliche der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen wird dort eine Dozentur für kirchliche Zeitgeschichte und mitteldeutsche Regionalgeschichte antreten und die neu einzurichtende "Arbeitsstelle für neuere Kirchengeschichte in Mitteldeutschland" leiten.

Im Zuge der Vereinigung der Kirchenprovinz Sachsen mit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Thüringen zur Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (EKM) legt Axel Noack sein Bischofsamt am 7. Juni 2009 nieder. Anschließend wird Noack Mitglied des Instituts für Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte der Martin-Luther-Universität.

"Für einen so anerkannten und beliebten Bischof ein neues Tätigkeitsfeld zu finden, war für mich eine schwierige und zugleich schöne Aufgabe", sagt der Personaldezernent der EKM, Oberkirchenrat Dr. Christian Frühwald. "Unsere Kirche kann auf die vielfältigen Kompetenzen von Axel Noack unmöglich verzichten. Deshalb bin ich froh, dass Bischof Noack seine wertvollen menschlichen und theologischen Erfahrungen zukünftig in der Lehre an junge Menschen weitergeben wird", so der Oberkirchenrat.

"Für die Theologische Fakultät und die gesamte Universität bedeutet das Engagement von Bischof Noack einen großen Gewinn, sowohl in der Forschung als auch in der Lehre, gerade vor dem Hintergrund des innerdeutschen Wettbewerbs der Hochschulen", sagt MLU-Rektor Prof. Dr. Wulf Diepenbrock. "Ich freue mich, dass er sich für diese Aufgabe an der Martin-Luther-Universität entschieden hat."

Der Dekan der Theologischen Fakultät Prof. Dr. Jörg Ulrich zeigt sich nicht minder erfreut: "Bischof Noack wird sich in der Forschung vor allem mit der kirchlichen Regionalgeschichte der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts befassen, das heißt mit der Aufarbeitung der Kirchengeschichte der DDR. Dies ist ein Bereich, den wir an der Fakultät bisher kaum abdecken können, weil die beiden vorhandenen Kirchengeschichtler die alte Zeit und das Mittelalter beziehungsweise die Reformation, den Pietismus und die Aufklärung bearbeiten." In hohem Maße profitieren könnten zudem die Studierenden: "In der Lehre wird Bischof Noack aufgrund seiner Persönlichkeit und seines hohen Bekanntheits- und Beliebtheitsgrades gewiss eine magnetische Wirkung auf unsere Studenten und auch auf Studenten von auswärts ausüben. Man muss ja bedenken, dass unsere Studienanfänger heute 18 oder 19 Jahre alt sind und die DDR nicht aus eigener Anschauung kennen; durch Bischof Noack erwartet sie bei uns bald eine authentische und erfahrungsgesättigte und eben deswegen attraktive Lehre zu diesem Thema."

"Ich freue mich sehr darüber, dass mir meine Kirche und die Theologische Fakultät der Martin-Luther-Universität die Möglichkeit einräumen wollen, mich in den letzten Dienstjahren als Pfarrer noch einmal und zwar verstärkt den Themen und Fragen der Zeitgeschichte und der regionalen Kirchengeschichte zuwenden zu können", sagt Bischof Axel Noack. "Dass ich eine Aufgabe im Rahmen der Universität und im Kontakt mit Lehrenden und Lernenden übernehmen kann, betrachte ich als einen besonders glücklichen Umstand. Freilich gilt dass alles unter der Voraussetzung: So Gott will und wir leben! Ich kann also auch schon mit einer gewissen Vorfreude auf das Ende meines Bischofsamtes im nächsten Jahr blicken", so der Bischof.

Zur Person:
Axel Noack wird am 8. November 1949 in Biesnitz in der Lausitz geboren. Kindheit und Jugend verbringt er in Halle (Saale). Von 1969 bis 1975 studiert Noack Evangelische Theologie am Kirchlichen Oberseminar in Naumburg (Saale). Sein Vikariat absolviert er in Merseburg und Leuna. Bei Dr. Wolfgang Ullmann ist Axel Noack Wissenschaftlicher Repetent am Katechetischen Oberseminar Naumburg (Saale). Sein Thema: Kirchengeschichte in der DDR – insbesondere die Studentengemeinden. Am 19. Oktober 1971 heiratet Axel Noack die Theologin Gisela Noack. Die beiden haben drei Kinder. Am 31. Oktober 1978 wird Axel Noack zum Pfarrer durch Propst Walter Müncker in Halle (Saale) ordiniert. Von 1979 bis 1984 ist Axel Noack Studentenpfarrer in Merseburg, von 1985 bis 1997 Gemeindepfarrer in Wolfen (Kreis Bitterfeld).
Seit dem 5. Juli 1997 ist Axel Noack Bischof der Evangelischen Kirche der Kirchenprovinz Sachsen. Außerdem ist er Inhaber der 1. Pfarrstelle am Dom St. Mauritius und St. Katharina zu Magdeburg. Seit 1991 ist Axel Noack Mitglied der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Bis 2003 ist er Mitglied im Rat der EKD.
Axel Noack hat maßgeblichen Anteil an dem Zusammenschluss des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR mit der Evangelischen Kirche in Deutschland im Juni 1991. Sein besonderes Engagement galt der Neuordnung der Militärseelsorge im Bereich der evangelischen Kirchen in den neuen Bundesländern.


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Quelle: MLU

 

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