Abgefälschte Pässe

Bild: Thomas Schult

Stadionfrage in Halle (Saale) weiter ungeklärt

Halle (Saale) - 22. Oktober 2008 | salikus.de

Ob Ballsporthalle oder Stadion, eine 5-jährige Diskussion findet kein Ende. Mit einer eilig eingebrachten Vorlage der Stadtverwaltung sollten am Montag Sport- und Planungsausschuss gemeinsam „Grundsatzentscheidungen zum Fußballstadion und zur Ballsporthalle“ für Halle (Saale) treffen.

Die unendliche Diskussion um den Standort für ein Fußballstadion und eine Ballsporthalle sollte am Montag ein schnelles Ende finden, wenn es nach Thomas Pohlack, der Planungsdezernent für die Stadt Halle (Saale), gegangen wäre. Doch die plötzliche Eile von Pohlack stieß bei etlichen Stadträten auf Unverständnis, auch konnte er nicht begründen, warum er auf eine schnelle Grundsatzentscheidung drängt. Die gemeinsame Sitzung von Planungs- und Sportausschuss wurde von Mitgliedern des Planungsausschusses torpediert und eine Entscheidung vertagt. Lediglich der Sportausschuss wollte am Montagabend eine Entscheidung treffen und stimmte dann auch mehrheitlich für den Standort Kurt-Wabbel-Stadion.

Das Unmögliche ist möglich
Über Jahre hinweg hat die Stadtverwaltung, insbesondere Baudezernent Pohlack, eine Sanierung des Kurt-Wabbel-Stadions als unrealistische Variante dargestellt. Stattdessen favorisierte man erst den Standort Hufeisensee und später das Stadion in Halle-Neustadt. Nun konzentriert sich das vorgelegte Konzept fast ausschließlich auf den Standort am Sportlerdreieck im Süden von Halle (Saale).
Demnach soll der Umbau des Stadions eine Investition von 17.5 Millionen Euro nicht überschreiten und in der ersten Phase 10.000 Zuschauern Platz bieten, bei Bedarf sei in einer zweiten Stufe  eine Erweiterung auf 15.000 Zuschauerplätze möglich. Der Umbau könne auch während des laufenden Spielbetriebes erfolgen, so Pohlack in seinem einstündigen Vortrag, und verwies auf den derzeitigen stufenweisen Ausbau des Dresdener Fußballstadions.
Auch die Finanzierung des Umbaus könne man absichern ohne den aktuellen Haushalt zu belasten, so Pohlack weiter. Dafür stünden 6 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt zu Verfügung und der Verkauf von städtischen Grundstücken solle den Rest des benötigten Geldes einbringen.

GWG und HWG – die Goldesel der Stadt Halle?
In der anschließenden Diskussion wurde von etlichen Stadträten gerade der geplante Ankauf städtischer Liegenschaften durch die städtischen Wohnungsunternehmen GWG und HWG heftig kritisiert.
Sabine Wolff (Neues Forum) verwies auf die Haushaltskonsolidierung und die Erwartungen an die beiden Wohnungsunternehmen, diese sollen mit über 200 Millionen Euro zum Abbau des Haushaltsdefizits beitragen, jetzt würde man sie zusätzlich belasten. Ebenso äußerte sich Petra Sitte (Die Linke), sie halte es für problematisch, dass man hier erkläre, der jetzt geplante Verkauf von städtischen Grundstücken sei nicht Teil des Haushaltskonsolidierungskonzept. Aber auch Martin Bauersfeld (CDU) schien dieser Umstand zu Ärgern und mutmaßte, dass man GWG und HWG an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit treibe.
Eine weitere größere Summe soll der Verkauf von Ärztehäusern erbringen, hier erhofft sich die hallesche Stadtverwaltung einen Erlös von 5.5 Millionen Euro.

Fußball kontra Hand- und Basketball
Für Zündstoff sorgten die ungenauen Planungen einer Ballsporthalle. Zwar erweckte bei den Stadträten das vorgelegte Papier den Eindruck, die Stadtverwaltung favorisiere die Nutzung der Messehallen in Halle-Bruckdorf, doch waren die vorgelegten Zahlen besonders Uwe Heft (Die Linke) kritikwürdig. So sah er in den Anschaffungskosten für Tribünen und Geräten (1.5 Mio Euro) und der jährlichen Miete von 250.000 Euro eher einen Grund über einen Neubau nachzudenken. Petra Sitte ging noch weiter, sie konnte nicht recht verstehen, dass gerade für die erfolgreichen Hand- und Basketballerinnen eine oberflächlichere Planung erfolgt als für die 4.-klassigen Fußballer. Sie wolle, dass hier eine ebenso konkrete Grundsatzentscheidung erfolge. Auch sei ihr der Standort am östlichen Stadtrand ungeeignet, der die Gefahr der Ausgrenzung von Nachwuchssportlern in sich birgt, denn nicht alle Kinder würden von den Eltern mit dem Auto zum Training gefahren.
Der für Sport zuständige Beigeordnete, Bernd Wiegand, brachte eine weitere Variante ins Spiel, so habe man den Vereinen vorgeschlagen, auch über die Nutzung der Brandbergehalle nachzudenken, doch gab es bis jetzt keine Reaktion von den Verantwortlichen.

Der Finanzausschuss, der am darauf folgenden Tag das Konzept der Stadtverwaltung beraten sollte, lehnte eine Entscheidung ab. Die Stadtverwaltung habe sich nicht an die Fristen gehalten und ein Votum des Planungsausschusses stünde aus. Das Werben von Beigeordneten Pohlack, um eine zügige Entscheidung, half auch hier nichts, der abermals keine sachlichen Gründe für die plötzliche Eile vorbringen konnte.

 

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