Bolzplatz kontra Himmelsscheibe

Bild: Thomas Schult

Stadtverwaltung will Parkplätze für Landesmuseum um jeden Preis

Halle (Saale) - 27. März 2008 | salikus.de

Pläne für einen Parkplatz am Landesmuseum für Vorgeschichte präsentierte am Mittwoch der Beigeordnete Pohlack. Demnach soll der Bolzplatz am Rosa-Luxemburg-Platz für 75 Stellplätze weichen. Hintergrund ist die Wiedereröffnung des Landesmuseums und der erwartete Besucheransturm.

Pikant an der überraschenden Präsentation - auf der Stadtratssitzung am Mittwoch - ist die Tatsache, dass diese Pläne auf der Stadtteilkonferenz im Volkspark keine Erwähnung fanden. Obwohl sich die Stadtverwaltung bereits in der konkreten Planungsphase befand und die Neugestaltung des Rosa-Luxemburg-Platzes - unmittelbar vor dem Landesmuseum - den Anwohnern präsentiert wurde.

Bürgerforum als Marketingveranstaltung der Stadtverwaltung

Tom Wolter, für die MitBürger im Stadtrat, sprach von einem enormen Vertrauensverlust, den sich die Stadtverwaltung damit eingehandelt hätte. Für ihn sähe aktive Bürgerbeteiligung und Transparenz anders aus.
Oberbürgermeisterin Dagmar Szabados wies diesen Vorwurf zurück und machte geltend, dass das Thema Parkplatz in der Fülle der Themen untergegangen sei.
Aber auch die Bürgerinitiativen "Ur-Sprünge" und Mühlwegviertel e.V. kritisierten dieses Schweigen auf der Stadtteilkonferenz. So habe ein Bürger mit Bedauern festgestellt, dass er Dr. Meller nicht mehr fragen konnte, wo denn die von ihm zu schaffenden 100 Parkplätze entstehen sollen. Der im Präsidium anwesende Beigeordnete Pohlack habe darauf nicht reagiert, ebenso sollen sich die anwesenden Mitarbeiter des Stadtplanungsamtes in Schweigen gehüllt haben.

Sekundarschule sperrt sich den Plänen aus der Stadtverwaltung
Pohlack betonte in seiner Präsentation, dass der Bolzplatz nicht verschwinden solle. Er wird sein neues Domzil auf dem Schulhofgelände der Sekundarschule "Johann Christian Reil" bekommen. Diese Entscheidung findet er bedauerlich, es seien jedoch in unmittelbarer Nähe zum Museum keine Freiflächen verfügbar.
In seinen Ausführungen berichtete der Beigeordnete von den Verhandlungen mit dem Schuldirektor, der den Plänen gegenüber sehr aufgeschlossen war. Erst unmittelbar vor der Stadtteilkonferenz erhielt Pohlack die schriftliche Mitteilung, dass der Schulbeirat den Plänen nicht zustimmt und die Verlegung des Ballsportplatzes auf das Schulgelände verweigert.
Die Oberbürgermeisterin und der neu gewählte Bürgermeister würden aber an diesen Plänen festhalten und sie durchsetzen.

Meller ist gut für das Große, versage aber bei den Kleinigkeiten
Stadtrat Eigenfeld (SPD), lobte den Museumsdirektor, Dr. Meller, für seine geniale Wiederbeschaffung der Himmelsscheibe und die Aufsehen erregende Vermarktung. Jedoch im Kleinen, wie der Planung von Stellflächen für die PKWs der Besucher, würde er versagen. Jetzt müsse die Stadt als Helfer in der Not einspringen obwohl das Land in der Verantwortung wäre, so Eigenfeld weiter.
Dem stimmte OB Szabados zu, sie sähe zwar ebenfalls das Land in der Pflicht, man könne sich aber nicht den anstehenden Problemen verschließen. Denn, so das Stadtoberhaupt weiter, Ziel der Stadtverwaltung sei es, die Parkplatzprobleme im Viertel nicht noch zusätzlich zu vergrößern. Man müsse jetzt in erster Linie an die Anwohner denken.

Parkplatzsuche ohne Emotionen
Doch Harald Meller hat sich bereits beim Bürgerforum im Volkspark als emotionslos dargestellt, wenn das Thema Parkplatzprobleme am Lanmdesmuseum zur Sprache gebracht wird. Selbst die Museumsinsel in Berlin könne man nicht unmittelbar mit dem Auto erreichen, so der Museumsdirektor.
Ebenso argumentiert das NEUE FORUM Halle in einer schriftlichen Stellungnahme. Sie ergänzten die Liste auch gleich um Städte wie Wien, Zürich, Jerusalem, Haifa und New York.


Finanzierung auf tönernen Füßen?
Auf die Finanzierungsproblematik, macht das NEUE FORUM ebenfalls aufmerksam. So könne die notwendige Investition nur über den Vermögenshaushalt der Stadt Halle getätigt werden. Der Haushaltsplan für das laufende Jahr sei aber bereits beschlossen.
Die Stadtverwaltung, so das NEUE FORUM in seinem Schreiben, müsse eine außerplanmäßige Investition oder einen Kredit beantragen. Doch ein Kredit sei vom Landesverwaltungsamt ausdrücklich untersagt.


Shuttle zur Himmelsscheibe
Eine charmante Idee unterbreitete unterdessen Stadtrat Wolter gegenüber SALIKUS.de. Er könne sich eine Art Pendelbahn vorstellen, die die Besucher von Trotha und von Kröllwitz zum Museum bringt. Die Eintrittskarten, die es beim Fahrer geben müsse, würden dann auch als Fahrkarte für den Himmelsscheiben-Shuttle gelten.
Aber auch SPD-Stadtrat Eigenfeld konnte mit einem praktikablen Lösungsvorschlag dienen. So könnte man auf dem Gelände der Arbeitsagentur, ehemalige Kaserne Reilstraße, Parkdecks aufstellen und ebenso das Gelände vom TÜV, neben der Arbeitsagentur, könnte für solche Parkflächen genutzt werden.
Das NEUE FORUM fordert eine großzügige und werbewirksame Ausschilderung im Stadtgebiet, um den Besuchern der Himmelsscheibe den Weg vom Parkplatz zum Landesmuseum zu erleichtern.

 

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