Kandidatenpoker in Halle (Saale)

Die Beigeordnetenwahl in Halle (Saale): wer wird den Kandidatenpoker gewinnen?

Bild: o.m.

Beigeordnetenwahl und eine SPD-Fraktion in Not

Halle (Saale) - 09. September 2008 | salikus.de

Insgesamt 13 Bewerber gibt es für das Amt des Beigeordneten für Jugend, Schule, Soziales und kulturelle Bildung in Halle (Saale). Neben Gerry Kley (FDP) und dem ehemalgigen Dresdener Beigeordneten Tobias Kogge stellt sich auch Amtsinhaber Dr. Hans-Jochen Marquardt der Wahl.

Am 24. September 2008 soll der Stadtrat von Halle (Saale) einen neuen Beigeordneten wählen, da die Amtszeit von Marquardt zum Jahresende ausläuft.

SPD mit schlechten Karten
Der neue Fraktionsvorsitzende der SPD-Fraktion im halleschen Stadtrat durfte als erste Amtshandlung korrigierend in die Kandidatenauswahl eingreifen. So musste Johannes Krause dem eigentlichen Wunschkandidaten von SPD-Stadträten den Verzicht auf eine Bewerbung nahe legen. Der SPD-Genosse aus dem Kultusministerium hat damit dem Favoriten der Oberbürgermeisterin Szabados den Platz geräumt. Die SPD-Oberbürgermeisterin will ihren ehemaligen Amtskollegen aus dem Dresdener Rathaus Tobias Kogge in das Rathaus von Halle (Saale) einziehen sehen. Der CDU-Mann war Baueropfer im Personalhandel zwischen der CDU und Linksfraktion.PDS im Stadtrat von Dresden, der seit 2001 Beigeordneter für Soziales und Stellvertreter des Kulturbeigeordneten in Dresden gewesen ist.
Verschiedene Stadträte gehen hier von einem geschickten aber verzweifelten Schachzug der Oberbürgermeisterin aus. Denn die SPD hat mit 10 Stimmen und einer erwarteten Unterstützung durch die Gruppierung „Wir für Halle“ nicht die notwendige Mehrheit einen eigenen Kandidaten durchzusetzen. So wird Kogge auch als ein Angebot an die CDU-Stadträte betrachtet, der schließlich das CDU-Parteibuch in der Tasche hat.

FDP schickt Gerry Kley ins Rennen
Mit dem ehemaligen Minister für Gesundheit und Soziales von Sachsen-Anhalt rechnen sich die FDP-Stadträte von Halle (Saale) offensichtlich eine Chancen aus, das vakante Amt mit einem Parteifreund zu besetzen. Die Bewerbung von Gerry Kley, der zur Zeit im Ausschuss für Bildung, Wissenschaft und Kultur des Landtages von Sachsen-Anhalt und im Bildungskonvent des Landes aktiv ist, gilt jedoch als wenig aussichtsreich.

Marquardt hofft auf zweite Runde
Nach dem Scheitern bei der Dresdener Beigeordnetenwahl stellt sich der derzeitige Amtsinhaber, Dr. Hans-Jochen Marquardt, auch der Wahl in Halle (Saale). Der Germanist und ehemalige Direktor des Kleist-Museums von Frankfurt (Oder) leitete seit 2002 den Fachbereich Kultur, Bildung und Sport und hat, im Zuge der Oberbürgermeisterwahl 2006, den ehemaligen Fachbereich von Dagmar Szabados kommissarisch übernommen. Durch Neugliederung der Dezernate gibt es jetzt zukünftig keinen Beigeordneten für Kultur und Bildung, da Theater, Oper und Staatskapelle dem Büro der Oberbürgermeisterin untergeordnet worden.
Doch wie die Chancen von Dr. Marquardt auf eine Wiederwahl aussehen, ist aktuell schwer einzuschätzen. Berichte, dass sich SPD-Stadträte für Dr. Marquardt aussprechen, sind von Fraktionschef Krause dementiert worden. Auch eine Unterstützung aus der Fraktion Die Linke scheint brüchig zu sein, während es aus den kleinen Fraktionen deutliche Signale gegen eine Wiederwahl von Marquardt gibt.

Versteckte Trümpfe in der Bewerberliste?
Ob nun einer der drei bekannten Bewerber das Rennen machen wird, ist auf Grund der Stimmenverhältnisse und Interessenlagen im halleschen Stadtrat, völlig unklar. Aber die Liste der Bewerber hält noch wenigstens zwei weitere Anwärter auf den Beigeordnetenstuhl bereit, deren Biografien einige Stadträte neugierig machten.
So kommt ein Bewerber aus dem südlichen Niedersachsen, der in den Bereichen Schulen, Jugend, Soziales und Finanzen arbeitete und aktuell im Fachbereich Finanzen für Haushalts- und Betriebswirtschaft u. Controlling tätig ist. Besonders seine Erfahrungen im Bereich der Finanzen könnten ihm hilfreich sein, da gerade der Haushalt im Sozialbereich regelmäßig aus den Rudern läuft.
Oder ein Sachsen-Anhalter mit langjährigen Erfahrungen im Jugendamt, Amt für Familie, Jugend und Soziales. Er bringt ein notwendiges Erfahrungspotenzial für den neu zu besetzenden Fachbereich mit.

Schaulauf der Kandidaten
Eine Vorauswahl haben die Stadträte bereits anhand der Bewerbungsunterlagen getroffen und mindestens 6 der Bewerber zu einem Vorstellungsgespräch eingeladen. Danach haben die Fraktionen noch die Möglichkeit ihre Favoriten zu einer Fraktionssitzung einzuladen, bei der sich die Kandidaten präsentieren können und die Stadträte haben Gelegenheit für detaillierte Fragen.
Wer in Zukunft die Geschicke des Fachbereichs Jugend, Schule, Soziales und kulturelle Bildung lenken wird entscheidet sich aber erst am 24. September 2008 in der Sitzung des Stadtrates von Halle (Saale). Eine geheime Wahl ist sicher und birgt Überraschungen.

 

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