Kosten für Stadion in Halle (Saale) explodieren

Bild: ZGM

Stadt plant knapp 6 Mio. Euro an Mehrausgaben für Vorzugsvariante

Halle (Saale) - 15. April 2009 | salikus.de

17,5 Mio. Euro hat der Stadtrat von Halle (Saale) als Obergrenze für einen Stadionneubau beschlossen. Die Vorzugsvariante von Baudezernent Thomas Pohlack sieht schon jetzt Mehrkosten von über 3 Mio. Euro vor. Hinzu kommen 370.000 Euro für Beraterverträge und 2,2 Mio. Euro für die Sanierung der Ausweichspielstätte des HFC in Halle-Neustadt.

Am Dienstag wurde in einer gemeinsamen Sitzung von Finanz-, Sport-, Planungs-, Vergabe- und Ordnungsausschüssen der geplante Neubau eines Stadions in Halle (Saale) behandelt. Die verschiedensten Varianten worden bereits in den einzelnen Fraktionen und im Stadtrat präsentiert.

Der Teufel steckt im Detail
C4 heißt die Vorzugsvariante der Stadtverwaltung. Hier soll das Stadion nach der ersten Ausbaustufe insgesamt 10.143 Zuschauer fassen. Vorgesehen ist auch eine komplette Überdachung des Stadions, welches als Schall- und Blendschutz dienen soll. Laut Bürgermeister Pohlack soll das Dach zudem den Vorteil bieten, dass keine Flutlichtmasten gesetzt werden müssen, da die Lichtanlage, die auch eine Fernsehübertragung gewährleisten muss, direkt in das Dach integriert werden kann.
Ein Stadion ohne Dach wird in der aktuellen Planung nicht berücksichtigt. Thomas Pohlack sieht die Stadt in der Pflicht, Schallschutz für die umliegenden Anwohner zu gewährleisten, auch wenn für das Stadion ein Bestandsschutz gelte.
Weiterhin ist vorgesehen, dass der Baukörper so ausgelegt wird, dass die zweite Ausbaustufe bereits berücksichtigt wird und die Kosten, für die Erweiterung auf über 15.000 Zuschauerplätzen, gesenkt werden können. 

Über den Tisch gezogen?
Uwe Heft, für Die Linke im Stadtrat, meint dass der Stadtrat hier „über den Tisch gezogen werden soll“, da mit dieser Variante bereits Kosten von über 20 Mio. Euro auflaufen, obwohl der Stadtrat einen Grundsatzbeschluss gefasst hat, der ausdrücklich eine Obergrenze von 17,5 Mio. Euro vorsieht.
Den Angriff wollt Dr. Pohlack so nicht stehen lassen und wies auf die Möglichkeit der Nutzung des vorsteuerlichen Abzugs hin, wonach ein Nettobetrag von knapp 17,5 Mio. Euro zustande kommen würde.

Betreiberkonzept wirft Fragen auf
Dass eigens für die Betreibung des Stadions eine Gesellschaft gegründet werden soll, schien nicht nur MitBürger-Stadtrat Tom Wolter unschlüssig zu sein, da man mit dem Eigenbetrieb Zentrales Gebäudemanagement bereits einen Immobilienverwalter der Stadt Halle habe. Im Vorfeld der Beratungen regte Denis Häder (Wir für Halle) an, dass man besser gleich eine Betreibergesellschaft für alle großen Sportobjekte, wie Stadion, geplante Ballsporthalle und Brandbergehalle, gründen solle.
Auch schien es Tom Wolter, Matthias Weiland (Grüne) und Sabine Wolff (Neues Forum) nicht schlüssig, warum gerade die Stadtwerke in die geplante Betreibergesellschaft einsteigen solle. Die Argumente von Bürgermeister Pohlack und dem externen Berater Jens Rauschenbach, dass das Stadion eine Immobilie mit Sondernutzung sei und man sich von den Stadtwerken Einspareffekte für Strom, Wasser und Abwasser erhoffe, konnte die Fragenden nicht befriedigen.

Kündigung für Sportvereine im Neustadt-Stadion
Die Stadtverwaltung hat den Sportvereinen, die derzeitig das Stadion in Halle-Neustadt nutzen, bereits eine Kündigung der Verträge ausgesprochen. Was für einige Unruhe bei den Vereinsmitgliedern gesorgt habe, so CDU-Fraktionschef Bernhard Bönisch. Auf seine Frage was konkret mit den geplanten 2,2 Mio. Euro im Neustädter Stadion geschehen solle, erläuterte Sportamtsleiter Godenrath, dass das Stadion für die Oberliga tauglich gemacht werden müsse und etliche Gebäudeteile dringend saniert werden müssen, da auch das Neustädter Stadion sehr marode sei.
Was Frank Sänger (CDU) nicht so stehen lassen wollte und noch einmal auf seinen Vorschlag zurückgriff, als Ausweichspielstätte für den HFC doch das Stadion des VFL in Trotha zu nutzen. Man müsse zwar auch hier Geld investieren, doch das würde deutlich weniger sein, als am Standort in Halle-Neustadt.

Beschluss vertagt
Einen Beschluss zum vorgelegten Konzept für den Stadionneubau sollte es an diesem Tage nicht geben. Laut Versammlungsleiter Frank Sänger hätten einige Fraktionen noch Beratungsbedarf angemeldet. Ohnehin sind im Laufe der Beratung einige Aufträge an die Stadtverwaltung und den Berater Jens Rauschenbach gegangen, die Unklarheiten an Finanzierungs- und Betreiberkonzept bis zur nächsten Sitzung auszuräumen. Die Ausschüsse treffen sich 22. April zur erneuten Beratung und wollen dann über das vorgelegte Konzept abstimmen. Eine Woche später wird dann der Stadtrat sich noch einmal mit dem Thema Stadionneubau für Halle (Saale) befassen und einen abschließenden Beschluss fassen.

 

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