Mindestlohn ist sinnlos und schädlich?

Bild: gr-om

IHK-Präsident Hatton fordert: Hände weg vom Mindestlohn

Halle (Saale) - 07. März 2008 | salikus.de

Auf der Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau (IHK) hat Kammer-Präsident Albrecht Hatton die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohnes als "sinnlos, ungeeignet und ökonomisch schädlich" bezeichnet.

"Sinnlos ist er, weil er bei zu niedriger Festlegung wirkungslos verpufft. Ungeeignet ist er, weil zur Einkommenssicherung in unserem Sozialstaat andere Instrumente verfügbar sind. Und ökonomisch schädlich ist er, weil er letztlich Arbeitsplätze kosten und die Schwarzarbeit erhöhen wird?, so Hatton weiter.

Laut Aussage Hattons würden die negativen Folgen von Mindestlöhnen auch von der Wissenschaft bestätigt: Eine aktuelle Überprüfung von mehr als 100 empirischen Studien sei zu dem Ergebnis gekommen, dass 85 Prozent der auf verlässlichen Methoden beruhenden Studien negative Beschäftigungseffekte prognostiziere. IHK-Präsident Hatton bezog sich hierbei u.a. auf eine Studie* der Amerikaner David Neumark und William Washer.

Gegenüber SALIKUS.de widerspricht Thomas Felke, für die SPD im Landtag Sachsen-Anhalt, der Einschätzung Albrecht Hattons. Mindestlöhne seien ein sinnvolles und notwendiges Instrument der sozialen Marktwirtschaft.
"Seit einigen Jahren werden immer mehr Menschen trotz Vollzeitarbeit mit Hungerlöhnen nach Hause geschickt. Allein in Sachsen-Anhalt gehen rund 30.000 Menschen einer Vollzeitbeschäftigung nach und erhalten dafür einen Lohn, der nicht zum Leben reicht" so der SPD-Politiker weiter.

Albrecht Hatton findet dagegen, dass es mit ALG II, mit tariflichen und Branchenmindestlöhnen genügend Mindestlöhne gäbe. "Deshalb kann die Devise nur lauten: Hände weg vom Mindestlohn!", so der Kammer-Präsident.

Thomas Felke weist ausdrücklich darauf hin, "dass es zahlreiche Unternehmer gibt, die sehr wohl die Einführung von Mindestlöhnen für sinnvoll und notwendig erachten. Bestimmte Branchen können sich ohne Mindestlöhne nicht gegen Lohndumping und unfairen Wettbewerb wehren".
Auch sieht sich der Landtagsabgeordnete und hallesche Stadtrat nicht gebremst, in den Bemühungen um einen gesetzlichen Mindestlohn und erinnert an Erfolge in anderen Ländern der EU.

* Studie "Minimum Wages and Employment", Januar 2007
als PDF-Datei verfügbar:
ftp.iza.org/dp2570.pdf

 

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