Phänomena II: Wissenschaft soll begeistern

Bild: Stadt Halle

Science Center auf der Salineinsel in Halle (Saale) geplant

Halle (Saale) - 09. März 2009 | salikus.de

Auf über 5.000 Quadratmetern soll im alten Salinekomplex ein interaktives Museum für Naturwissenschaften entstehen. Oberbürgermeisterin Szabados und Stadtmarketingchef Voß planen die Eröffnung des 12 Mio Euro teuren Projekts für das Jahr 2013.

Spätestens seit Herbst 2008 ist die Idee für ein Science Center auf der halleschen Salineinsel öffentlich. Die Stadt Halle (Saale) und die Kulturstiftung Hohenmölsen lobten einen Wettbewerb zur räumlich-inhaltlichen Inszenierung in den denkmalgeschützten Gebäuden der Saline aus.

Eine Idee wird mit Spott begrüßt
Doch das Bekanntwerden der Pläne für ein Science Center in Halle (Saale) rief auch gleich die Spötter auf die Bühne. Denn die Erinnerung an den Versuch, eine ähnliche Ausstellung im und am Gasometer unter dem Namen Phänomena zu etablieren, ist nicht verblasst. Für Phänomena I wurden bis zu 750.000 Euro an Steuergeldern ausgegeben, aber die Umsetzung scheiterte und den Hallensern wurden keine sichtbaren Ergebnisse präsentiert.
Das Desaster aus dem Jahr 2005 will man jetzt offensichtlich nicht wiederholen, deswegen holten die Oberbürgermeisterin und der Stadtmarketingchef auch gleich mehrere – und wie es scheint kompetentere - Partner mit ins Boot.

Werkstattgespräch als Kontaktbörse
Am Freitag trafen sich Vertreter regionaler Unternehmen, der Hallorenbruderschaft, des Instituts für Strukturpolitik und Wirtschaftsförderung (isw), des Stadtmarketings Halle und der Rathausspitze zu einem Werkstattgespräch in der Saline. Eingeladen war auch Kurt Hüttinger, der mit seiner Firma interaktive Exponate für naturwissenschaftliche Ausstellungen in der ganzen Welt herstellt. So sollen ca. 70 Prozent der Wolfsburger Phaeno aus seinem Hause stammen.
SPD-Oberbürgermeisterin Szabados will über das Werkstattgespräch hinaus nun auf weitere Firmen in der Region zugehen und von ihnen Unterstützung für das Science Center einwerben. Aber auch Gespräche mit Vertretern der umliegenden Landkreise und Städte stehen jetzt auf ihrem Terminalender. Denn ersten vorsichtigen Schätzungen nach soll das geplante naturwissenschaftliche Museum 12 Millionen Euro kosten.

Das Gelenk im Balanceakt einer Doppelstadt
Für Baudezernent Pohlack ist das geplante Science Center auf der Salineinsel mehr, als nur ein Wissenschaftsmuseum. Für ihn ist die Insel das Gelenk zwischen der Altstadt und Halle-Neustadt, eine Bruch- oder eine Nahtstelle, je nach Betrachter. Doch Pohlack sieht hier eine der größten städteplanerischen Herausforderungen in Halle (Saale), nicht ohne Grund habe man die Insel als eines der 7 IBA-2010-Projekte gewählt.
Für die Baumaßnahmen schätzt der Dezernent 5 bis 6 Millionen Euro und weitere 5 bis 6 Millionen Euro würde dann die Ausstellung kosten. Doch bereits in diesem Jahr wolle man das baufällige Saalhorn-Magazin sichern.

Halloren als Hüter der Wissenschaft
Dagmar Szabados sieht in der Hallorenbruderschaft ihren Wunschkandidaten, der in Zukunft das Science Center auf der Salineinsel betreiben soll. Die Stadt Halle werde allerdings nicht die Verantwortung abgeben und sich an den Betriebskosten beteiligen. Offensichtlich stößt diese Idee auf Gegenliebe bei der Hallorenbruderschaft. Hallore Steffen Kohlert war dennoch in seiner Begeisterung zurückhaltender, als die Oberbürgermeisterin. Die Idee, dass an historischem Ort junge Menschen für Naturwissenschaften begeistert werden sollen, die findet er gut und die Bruderschaft will sie auch unterstützen. Man denke nun auch aktiv über die Rolle als Betreiber nach, aber ein konkretes und abschließendes JA ließ er sich nicht entlocken.

Eine gute Idee braucht starke Unterstützung
Die Oberbürgermeisterin muss nun nicht nur Vertreter der regionalen Wirtschaft, der Universität in Halle (Saale), der umliegenden Gemeinden von der Idee eines Science Centers in der Saalestadt überzeugen. Sie benötigt als nächstes die politische Unterstützung der halleschen Stadträte. Unglücklicherweise ist aber der Wahlkampf für die Stadtratswahl in vollem Gange und auch der fehl geschlagene Versuch der Amtsvorgängerin von Szabados, als Ingrid Häusler Phänomena nach Halle holen wollte, noch frisch im Gedächtnis. Eine trockene Präsentation von Zahlen und seitenlangen Konzepten wird als Überzeugungsarbeit wenig ausrichten.
Begeisterung für eine gute Idee konnte man schon immer mit anschaulichen Beispielen wecken. Ein Besuch der Samstagsvorlesungen am Institut für Chemie der Uni Halle könnte hier Anregungen für eine spannende Stadtratssitzung geben.

 

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