Türme der Emotionen

Bild: Thomas Schult

Die Inszenierung einer Diskussion in Halle (Saale)

Halle (Saale) - 28. August 2008 | salikus.de

Im Rahmen der IBA 2010 lud die Stadtverwaltung von Halle (Saale) und die Hallesche Wohnungsgesellschaft mbH zu einer Diskussionsrunde ein. Unter dem Titel „Hochhaustisch“ sollten unterschiedliche Ideen und Konzepte zur Zukunft der Riebecktürme beleuchtet werden.

Die Zukunft der beiden Hochhäuser am Riebeckplatz beschäftigt seit Jahren nicht nur die Passanten am Eingang zur oberen Leipziger Straße. Kontroverse Diskussionen wurden auch im Planungsauschuss, im Architektenkreis und beim Gestaltungsbeirat der Stadt Halle (Saale) geführt. Auch ein Architektenwettbewerb sollte Möglichkeiten der Gestaltung und Nutzung aufzeigen und als Entscheidungshilfe dienen.

Die drohenden Zeigefinger einer Diktatur?
Doch in jeden Disput, um die zwei Hochhäuser aus der DDR-Zeit, schleichen sich auch Emotionen. Wenn die eine Seite für den Abriss beider Türme plädiert, dann wird auch gerne auf die geschichtlichen Zusammenhänge verwiesen. Einige sehen in den Riebecktürmen Relikte einer Diktatur und wollen diese beseitigt wissen.
Und Befürworter stellen den städteplanerischen Aspekt heraus. Für sie sind die Türme das östliche Tor zur Innenstadt und der Beginn einer Ost-West-Sichtachse, markiert von den Hochhäusern am Steg, dem Rennbahnkreuz, hin zu den Hochhausscheiben im Zentrum von Halle-Neustadt.

Ein verschlungener Pfad durch Wirtschaftlichkeit und Emotionen
Das Thema Hochhäuser Riebeckplatz ist auch ein Projekt der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau 2010 (IBA 2010). Und aus diesem Anlass trafen sich am Mittwoch Experten aus Sachsen-Anhalt, aus den halleschen Stadtratsfraktionen, der Verwaltungsspitze, der HWG, dem Architekturkreis und der IBA-Koordinierung Halle zu einer Diskussionsrunde. Diese wurde von Prof. Thomas Sieverts und Peter Kramer moderiert. Damit hatten ein Stadtplaner und ein Ökonom die Gesprächsführung übernommen, was bereits das Dilemma aller Ideen zu den Riebecktürmen aufzeigt.
Denn neben jeder gestalterischen Vision ist auch immer ein prüfender Blick auf die Wirtschaftlichkeit des Konzepts notwendig.
Und selbst die klaren Bekenntnisse, für einen Erhalt beider Hochhäuser, von Oberbürgermeisterin Szabados, dem Beigeordneten Pohlack oder des halleschen Stadtplaners Luhnebach beantworten nicht die Fragen, der Finanzierbarkeit und der Wirtschaftlichkeit.
Ein Dilemma, dessen sich die SPD-Oberbürgermeisterin auch bewusst ist. Denn ein Lösungsvorchlag von ihr und von HWG-Geschäftsführer Wahlen könnte für den nördlichen Turm die Zukunft garantieren.

Konzept einer Amputation
Das Konzept der HWG und der Stadtverwaltung sieht vor, dass das Hochhaus als Bürohaus umgewidmet wird und die verstreuten Verwaltungseinheiten der Stadt Halle (Saale) dort geschlossen einzieht. Womit ein zentraler Anlaufpunkt für die Bürger geschaffen werden könnte und eine, nach betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten, effizientere Struktur erzielbar wäre. Und die HWG hätte nicht das Risiko des Leerstands zu tragen.
Aber für den südlichen Turm, am Maritim-Hotel, ist ein Abriss angedacht, der dann später einen zeitgemäßen Ersatz erhalten soll.
Genau hier setzt die Kritik aus den Reihen des Architekturkreises an. Denn die Befürchtung, dass nach dem erfolgten Abriss ein adäquater Neubau nicht nur auf sich warten lassen könnte, sondern ganz ausbleibt, diese Befürchtung ist dominant und löst hartnäckigen Widerstand aus. Denn damit wäre das Tor, welches die zwei Türme bilden, endgültig verschwunden.

Politik als letzte Instanz
Die Diskussion ist mit dem „Hochhaustisch“ nicht beendet. Am Mittwoch wurden neue Facetten des Machbaren beleuchtet und sollen nun näher geprüft und ausgearbeitet werden. Spätestens im Januar wird das Thema die Öffentlichkeit und die Gremien des Stadtrates von Halle (Saale) erneut beschäftigen. Denn dann sollen die einzelnen Lösungsvarianten zu Papier gebracht sein. Eine Entscheidung über die Zukunft der Riebecktürme wird in Stadtratskreisen für den Mai 2009 erwartet.

 

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