NS-Militärjustiz und Kriegsverrat

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Eine Ausstellung über Nazi-Richter und ihre Opfer im Stadtmuseum Halle (Saale)

Halle (Saale) - 14. Mai 2008 | salikus.de

»Was damals Recht war ... – Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht« ist der Titel einer Wanderausstellung der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas. Sie macht vom 15. Mai 2008 bis 29. Juni 2008 Station im Stadtmuseum Halle (Saale).

Erst im Mai 2002 hob der Deutsche Bundestag die meisten Urteile der Wehrmachtjustiz des Zweiten Weltkrieges auf. Fünf Jahre nach dieser Entscheidung erinnert nun eine Ausstellung an die Verurteilten deutscher Kriegsgerichte. Mit Ablehnung und Feindschaft begegnete die Mehrzahl der Deutschen auch nach 1945 den Opfern der Wehrmachtjustiz. Vielen gelten die Verurteilten bis heute als Verräter oder Feiglinge. Diese Sicht verstellt den Blick auf den Unrechtscharakter der deutschen Militärjustiz. Zehntausende – deutsche Soldaten und Zivilisten aus nahezu ganz Europa – verloren ihr Leben durch die Entscheidungen der Wehrmachtgerichte.

In der Ausstellung wird der über 30 000 hingerichteten Soldaten und Zivilisten aus unterschiedlichen Nationen gedacht. Erinnert wird an das Leiden und Sterben in den Strafkompanien, Lagern und Zuchthäusern. Zugleich informiert die Wanderausstellung über den Lebenshintergrund der Verurteilten, über das System der Wehrmachtjustiz und seine Richter, die für Desertion und andere Tatbestände häufig Urteile mit einem extremen Strafmaß fällten. Schließlich macht sie die Situation von Verurteilten und Richtern nach 1945 erfahrbar.

Eine Ausstellung über Nazi-Richter, die Todesurteile aussprachen, statt ihre Handlungsspielräume zu nutzen; die gleichen Nazi-Richter, die nach 1945 ihre Karrieren an Gerichten, Universitäten und in der Poltik fortsetzten und damit das Nachkriegsdeutschland mitformten, welches seine junge Geschichte nicht aufarbeiten konnte oder wollte.

"Die Wanderausstellung über die Wehrmachtjustiz beschränkt sich in ihrer Darstellung nicht nur auf  die  Zeit  des  Zweiten  Weltkrieges.  Sie  behandelt  außerdem  die  Nachgeschichte  der deutschen  Militärgerichtsbarkeit  und  ihrer  Opfer  –  und  zwar  erstmals  im  deutsch-deutschen Vergleich  nach  1945." so die Bundesbeauftragte für Unterlagen der Stasi Marianne Birthler.

Bereits in ihrer Entstehungsphase entstand der Gedanke, Halle als Ort der ersten Präsentation im Osten Deutschlands – außer Berlin – zu wählen. Hier befand sich mit der Hinrichtungsstätte im Zuchthaus Halle der Ort, an dem fast dreihundert Todesurteile von Gerichten der Wehrmacht vollstreckt wurden, darunter die Mehrzahl ausgesprochen vom Reichskriegsgericht, deren oberstem Gerichtshof. Zugleich besteht mit der Gedenkstätte Roter Ochse ein Memorial, in dem der Opfer in sehr würdiger Form gedacht und gleichzeitig umfassend zu ihrem Schicksal geforscht wird.

Die Ausstellung ist vom 15. Mai 2008 bis 29. Juni 2008 im Christian-Wolff-Haus zu sehen. Sie Dienstags bis Sonntags von 10:00 Uhr bis 17:00 Uhr geöffnet.

 

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