Sonderzüge in den Tod

Bild:

Deutsche Reichsbahn und Deportation im Dritten Reich

Halle (Saale) - 04. März 2008 | salikus.de

Ab Mittwoch, 5. März 2008, wird die Wanderausstellung "Sonderzüge in den Tod" der Deutschen Bahn AG im Hauptbahnhof Halle (Saale) gezeigt. Die Deutsche Reichsbahn war durch die Deportation zahlloser Menschen unmittelbar am Holocaust beteiligt.

Die Schau entstand in Zusammenarbeit mit dem Centrum Judaicum, dem Deutschen Technikmuseum Berlin und der Journalistin Beate Klarsfeld, die in Frankreich eine ähnliche Ausstellung auf Bahnhöfen zeigte.

Gegen die Widerstände von Bahnchef Mehdorn, er wollte auf Bahnhöfen keine Räume zur Verfügung stellen, ist die Wanderausstellung auf ihrer 2. Station in den Fürstenräumen des halleschen Hauptbahnhofs zu sehen. Die Schau will an das unermessliche Leid erinnern, das diesen Menschen zugefügt wurde. Sie zeigt Einzelschicksale von Kindern, Frauen und Männern, die von ihren Heimatorten in den Tod transportiert wurden. Überlebende schildern in Zeitzeugeninterviews die grauenvollen Zustände in den Zügen. Die fahrplanmäßige und betriebliche Durchführung dieser Transporte durch die Reichsbahn wird anhand von Dokumenten und Grafiken dargestellt.

Die Zusammenarbeit der Reichsbahn mit der Vernichtungsmaschinerie des Dritten Reichs ist in Briefen dokumentiert. So wandte sich der Reichsführer der SS, Heinrich Himmler, über seinen persönlichen Adjutanten Karl Wolff an den Stellvertretenden Generaldirektor der Deutschen Reichsbahn, Albert Ganzenmüller, nachdem es Verzögerungen beim Abtransport der Juden aus dem Warschauer Ghetto gab:
"Mit besonderer Freude habe ich von Ihrer Mitteilung Kenntnis genommen, dass nun schon seit 14 Tagen täglich ein Zug mit je 5.000 Angehörigen des auserwählten Volkes nach Treblinka fährt und wir doch auf diese Weise in die Lage versetzt sind, diese Bevölkerungsbewegung in einem beschleunigten Tempo durchzuführen."

Auch werden in der Ausstellung Einzelschicksale näher beleuchte. So die Geschichte von Steffi Bernheim, die im Alter von 12 Jahren nach Auschwitz mit einem Zug der Deutschen Reichsbahn nach Auschwitz abtransportiert wurde. Oder das Schicksal der Brüder Gert und Hans Rosenthal. Hans Rosenthal konnte sich dem Abtransport entziehen, was seinem Bruder Gert nicht gelang. Er wurde in Lettland, nach dem Transport mit der Deutschen Reichsbahn, im Alter von 10 Jahren erschossen.

Die Schau ist noch bis zum 16. März 2008 in Halle zu sehen. Danach wird die Wanderausstellung weiter nach Münster ziehen.

 

Die letzten Nachrichten:

Wolter und Kollegen! gehen an den Start

Bild: {IMG_TITLE} Dem Theater war Tom Wolter in den letzten Jahren treu geblieben, jedoch weniger auf der Bühne. Jetzt ...mehr


 

HWG: Gezerre um Aufsichtsratsvorsitz in Halle (Saale) beendet

Bild: In seiner Sitzung am 10. Dezember hat der Aufsichtsrat der Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) ...mehr


 

Bild: Sitz der Halleschen Wohnungsgesellschaft mbH (HWG) Die Oberbürgermeisterin von Halle (Saale), Dagmar Szabados (SPD), schaltet sich in den ...mehr


 

Werbung

Benutzername  Passwort  
 
Login speichern  

Login-Formular schließen

Benutzername  Email-Adresse  
 
Passwort  Passwort wiederholen  
 

Registrierungs-Formular schließen

Suchbegriff
Optionen
... komplette OnlineMagazin
... Nachrichten auf SALIKUS.de
... Kulturkalender für Halle (Saale) durchsuchen.

Suchformular schließen